Gregor der Grosse († 604) - Vier Bücher Dialoge (Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum) Zweites Buch
X. Kapitel: Von dem Scheinbrand in der Küche Darauf schien es dem Mann Gottes angezeigt, an eben dieser Stelle den Boden aufzugraben. Als die Brüder nun etwas tiefer hinunter gruben, stießen sie auf ein ehernes Götzenbild. Sie warfen es einstweilen zufälligerweise in die Küche, und sogleich hatte es den Anschein, als breche Feuer aus derselben hervor und als müsse das ganze Küchengebäude vor den Augen der Brüder in Feuer aufgehen. Als sie nun Wasser hineinschütteten, um dadurch das Feuer zu löschen, und dabei ein großes Geschrei aufschlugen, hörte der Mann Gottes das Getümmel und kam herbei. Da er bemerkte, daß nur die Brüder ein Feuer sahen, er selbst aber nicht, neigte er das Haupt zum Gebet, rief die Brüder, die er durch ein Scheinfeuer [S. 70] getäuscht sah, zu sich her und ließ sie nun hinschauen.1 Da stand denn das Küchengebäude wieder unversehrt vor ihnen da, und von den Flammen, die ihnen der Urfeind vorgemacht hatte, sahen sie nichts mehr.
1: Mit Moricca ist nach vielen Handschriften wohl zu lesen: fratres ad oculos suos statt: fratres ut oculos suos signarent monuit. Daß die Brüder kein Feuer mehr sahen, war die Folge von Benedikts Gebet.
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