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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXI-XXX: Zehn Predigten am Geburtsfeste unseres Herrn Jesu Christi.
Sermo XXV. 5. Predigt auf Weihnachten.

5.

Es erkenne also der katholische Glaube in der Niedrigkeit des Herrn seine Herrlichkeit! Und die Kirche, die der Leib Christi ist, freue sich über die Geheimnisse ihrer Erlösung! Denn würde nicht das Wort Gottes Fleisch annehmen und unter uns wohnen; stiegen nicht der Schöpfer selbst herab, um sich mit seinem Geschöpfe zu vereinigen; riefe er nicht durch seine Geburt das alte Menschengeschlecht zu neuem Leben zurück, so herrschte der Tod von Adam1 bis zum Ende, und würde alle Menschen unabwendbare, ewige Verdammnis treffen, da für alle die bloße Tatsache ihrer Geburt der gleiche Grund des Verderbens wäre. Unter den Menschenkindern kam also nur der Herr Jesus unschuldig zur Welt, da er allein ohne die Befleckung fleischlicher Sinnenlust empfangen wurde. Er ist ein Mensch wie wir geworden, auf daß wir der göttlichen Natur teilhaftig werden könnten. Den Anfang, den er im Schoße der Jungfrau nahm, legte er auch in den Taufquell. Er gab dem Wasser, was er der Mutter gab. Denn die Kraft des Allerhöchsten und die Überschattung des Heiligen Geistes2 , welche Maria zur Mutter des Erlösers machten, bewirken auch die Wiedergeburt des Gläubigen im Wasser der Taufe. Was aber war dazu geeigneter, um Kranke wieder gesund zu machen, um Blinden das Augenlicht zurückzugeben, um Tote zum Leben zu erwecken, als eine Heilung jener Wunden, die uns der Stolz geschlagen, durch die Arznei der Demut ? Adam brachte durch seine Übertretung der Gebote Gottes das Verdammungsurteil der Sünde in die Welt; Jesus , unter das Gesetz gestellt3 , gab uns die Freiheit der Gerechtigkeit zurück. Adam, der dem Teufel willfahrte bis zum Treubruch gegen Gott, verdiente in seiner Person allen den Tod; Jesus , der dem Vater gehorsam war bis zum Kreuze4 , brachte in seiner Person allen das Leben. Adam, der nach der Ehre der Engel Verlangen trug, ging dadurch der Würde seines eigenen Wesens verlustig; Jesus , der unsere niedrige Natur zur seinigen machte, erhob jene zum Himmel, um deren willen er zur Hölle hinabstieg. Endlich vernahm Adam, den sein Hochmut zu Fall gebracht, das Wort: "Erde bis du und zur Erde wirst du gehen"5 ; an Jesus aber, der wegen seiner Erniedrigung erhöht wurde, ist das Wort gerichtet: "Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße!"6 .

1: vgl. Röm 5,14
2: Lk 1,35
3: Gal 4,4
4: Phil 2,8
5: Gen 3,17
6: Ps 109,1; Mt 22,44; Mk 12,36; Lk 20,42

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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