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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXI-XXX: Zehn Predigten am Geburtsfeste unseres Herrn Jesu Christi.
Sermo XXV. 5. Predigt auf Weihnachten.

2.

Da wir also, Geliebteste, mitten in den Gefahren des Irrtums den Schutz und Schirm der Wahrheit genießen, da wir nicht durch Worte menschlicher Weisheit, sondern durch die Belehrung des Heiligen Geistes unterwiesen wurden, so glauben wir, was man uns verkündet hat, und predigen wir, was wir glauben: Der Sohn Gottes, der vor aller Zeit vom Vater erzeugt wurde, der ebenso ewig wie der Vater und ihm hierin wie in seiner Wesenheit völlig gleich ist, kam in diese Welt aus dem Schoße einer Jungfrau, die für dieses Geheimnis der Liebe erkoren worden war. In ihr und aus ihr hat sich die Weisheit ihr Haus erbaut1 und das unveränderliche göttliche Wort Knechtsgestalt angenommen, um dem Fleische der Sünde ähnlich zu sein2 . Dabei erlitt bei ihm, beim Vater und beim Heiligen Geiste die Herrlichkeit keinerlei Einbuße, da ja die Natur des höchsten und ewigen Wesens weder Verringerung noch Veränderung kennt. Wegen unserer Schwachheit aber erniedrigte er sich für diejenigen, die ihn nicht fassen konnten, und verbarg er den Glanz seiner Majestät, den des Menschen Auge nicht zu ertragen vermochte, unter der Hülle des Leibes. Daher heißt es auch von ihm, er habe sich selbstentäußert3 , gleich als ob er sich der ihm eigenen Macht begeben hätte, indem er sich in jener Armseligkeit, in der er uns zu Hilfe kam, nicht nur unter den Vater , sondern auch unter sich selbst erniedrigte. Und doch verlor jener, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste die gleiche Wesenheit teilt, durch diese Herablassung nichts . Gerade darin sehen wir also ein Wirken der Allmacht, daß derjenige, der hinsichtlich unserer Natur geringer als der Vater ist, hinsichtlich seiner eigenen dies nicht ist4 . Weil das Licht auf die Blinden, die Kraft auf die Schwachen und das Erbarmen auf die Erbarmungsbedürftigen herniedersah, vollzog sich jenes Wunder großer Liebe, daß sich der Sohn Gottes die Natur und die Sache des Menschen zu eigen machte, um unsere Natur, die er erschaffen, wieder herzustellen, und den Tod, den er nicht geschaffen, zu vernichten.

1: Spr 9,1
2: vgl.Röm 8,3
3: Phil 2,7
4: vgl.Joh 10,30; 14,28

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger