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Paul Koetschau, Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes. In: Origenes, Schriften vom Gebet und Ermahnung zum Martyrium. Aus dem Griechischen übersetzt von Paul Koetschau. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 48) München 1926.
Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes

A. Das Leben des Origenes
Lebensabriss

8.

Wie Origenes über den Kanon des Alten Testamentes gedacht hat, kann man, sagt Eusebius (VI 25,1 f.), aus seiner Erklärung des ersten Psalms ersehen, wo er zweiundzwanzig Bücher des Alten Testamentes, d. h. ebensoviel wie Buchstaben im hebräischen Alphabet, aufzählt. In ähnlicher Weise äußert er sich im ersten Buche des Matthäuskommentars über den Kanon der Evangelien, im fünften Buche des Johanneskommentars und in den Homilien zum Hebräerbrief über die Briefe des Neuen Testamentes (Euseb. ebenda 25,3 ff.). Wie er über die Apokryphen des Alten Testamentes geurteilt hat, ersehen wir aus seinem bekannten [S. 32] Briefwechsel mit Julias Africanus (Lom. XVII 17 ff.). Während dieser die Susanna-Erzählung mit Recht als nicht ursprünglich zur hebräischen Bibel gehörig betrachtete, hielt Origenes an ihrer Echtheit fest1.und bewies eine große Schriftgläubigkeit, die von höherer Textkritik nichts wissen wollte. Er faßte sogar den Kreis der heiligen Schafften noch weiter als die Kirche, da er auch den Hirten des Hermas als von göttlichem Geist erfüllt ansah, vgl. In Ep. ad Rom. X 31 (VII 437 Lom.).

Das bedeutendste Werk, das Origenes noch in Alexandria nach 220 vollendet hat, sind die vier Bücher Periarchon oder De principiis = „Über die Grundlehren der Glaubenswissenschaft", wie Karl Fr. Schnitzer in seiner Übersetzung, Stuttgart 1835, den Titel wiedergibt. Der Grundgedanke dieses Werkes, das „mit den Mitteln philonischer Wissenschaft auferbaut ist und unzweifelhaft neuplatonisches und gnostisches Gepräge trägt" (Harnack, Dogmenge-schichte 4 I 652 f.), ist nach Harnack (ebenda S. 663) „die uranfängliche, unzerstörbare Einheit Gottes und aller geistigen Wesenheit“. Hieraus ergibt sich „die Notwendigkeit für den geschaffenen Geist, nach Abfall, Irrtum und Sünde immer wieder zu seinem Ursprung, dem In-Gott-Sein zurückzukehren". Hier hat Origenes, wie Bardenhewer (Gesch. d. altk. Lit. II2 102) treffend bemerkt, „die Idee einer Verschmelzung der hellenischen Wissenschaft mit dem positiven Christentum in großem Stil zur Durchführung gebracht und ein durch Einheit und Geschlossenheit imponierendes philosophisch-theologisches System geschaffen“. Da nun Origenes die dort vorgetragenen philosophisch-theologischen Ansichten in späteren Schriften, z, B. in den acht Büchern gegen Celsus, nur da und dort erweitert und ergänzt, aber nicht grundsätzlich geändert hat, so empfiehlt es sich, um „den Theologen“ Origenes zu schildern, hier eine Inhaltsangabe dieser „Grundlehren“ zu bieten. Von den vier Büchern gehören die drei ersten enger zusammen. Jedes der drei Bücher soll nach der Absicht des Origenes eine [S. 33] Einheit bilden und jedesmal Gottheit und Welt von verschiedenen Gesichtspunkten aus zusammenfassen. Vermutlich hat auch dieses Werk seinen Ursprung in den Lehrvorträgen des Origenes gehabt2; jedenfalls müssen ihm längere philosophische Studien vorausgegangen sein.

1: Vgl. auch Orig., In Lev. hom. I 1 (VI 281,7 ff.)
2: Vgl. De princ. III 6,1 (V 279,24): „quae sufficere ad instructionem putamus" = „was ich für den Unterricht ausreichend halte".

 

 

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B. Die Schriften des ...

Einleitung zu:
Vom Gebet (De oratione) (Origenes († 253/54))
Ermahnung zum Martyrium (Exhortatio ad martyrium) (Origenes († 253/54))
Gegen Celsus (Contra Celsum) (Origenes († 253/54))

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger