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Paul Koetschau, Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes. In: Origenes, Schriften vom Gebet und Ermahnung zum Martyrium. Aus dem Griechischen übersetzt von Paul Koetschau. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 48) München 1926.
Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes

A. Das Leben des Origenes
Lebensabriss

15.

In Cäsarea hat Origenes neben seiner Lehrtätigkeit die Auslegung der Heiligen Schrift weiter gefördert. Zunächst hat er wohl die großen Kommentare zu Johannes, zur Genesis und zu den Psalmen fortgeführt und zu einem gewissen Abschluß gebracht, und dann auf Veranlassung des Ambrosius die Erklärung der beiden Propheten Jesaia und Ezechiel zu gleicher Zeit begonnen. Von dem Kommentar zu Jesaia waren zur Zeit des Eusebius (VI 32,1) dreißig Bücher (die bis Jes. 30,6 reichten), und von dem Kommentar zu Ezechiel fünfundzwanzig Bücher, d. h. alle von Origenes verfaßten, noch erhalten. Die Erklärung des Propheten Ezechiel wurde, wie Eusebius VI 32,2 berichtet, in Athen vollendet, wohin sich Origenes unter der Regierung des Kaisers Gordian (238-244), wahrscheinlich um 240 (so Bardenhewer, Gesch. d. altk. Lit. II2, S. 110) zu längerem Aufenthalt begeben hatte. In Athen begann Origenes auch den Kommentar zum Hohenlied und führte ihn dort bis zum fünften Buch; in Cäsarea vollendete er ihn dann mit weiteren fünf Büchern, so daß er im ganzen zehn Bücher umfaßte. Von diesen sind uns die ersten vier Bächer in der lateinischen Übersetzung Rufins erhalten (Lom. XIV. XV). Bekannt ist das Urteil des Hieronymus, das er seiner lateinischen Obersetzung von zwei Homilien des Origenes zum Hohenlied vorangestellt hat, „Origenes habe, während er in seinen übrigen Büchern alle übertroffen hätte, im Kommentar zum Hohenlied sich selbst übertroffen“ (Lom. XIV 235). In diesem Kommentar hat Origenes, wie wir aus den in Übersetzung erhaltenen vier Büchern ersehen können, öfter als sonst eigene Schriften zitiert; also liegen vor diesem Kommentar die Homilien zu Exodus, Numeri, Judices, die Excerpte zu Leviticus und einzelne Kommentare zum Neuen Testament. Von Athen aus ist Origenes damals vermutlich auch nach Nikomedien in Bithynien gereist, wo sich sein Freund Ambrosius mit Familie aufhielt (Lom. XVII 48); und in Nikomedien (Lom. XVII 20. 47) ist der Brief des Origenes an Julius Africanus geschrieben (Euseb. VI 31,1), den ich schon oben (S. 31 f.) erwähnt habe. [S. 57]

Neben den ausführlichen Kommentaren zur Heiligen Schrift schrieb Origenes auch Scholien (σημειώσεις, excerpta), d. h. kürzere Erklärungen einzelner schwieriger Stellen oder wichtiger Wörter in der Heiligen Schrift, vgl. Hieron., Prol. in Ezech. (Lom. XIV 4). Das Vorbild waren die Randscholien griechischer Grammatiker. Erwähnt werden Scholien des Origenes zu Exodus, Leviticus, Jesaia, Psalm 1-15, Ecclesiastes und zu Johannes, Diese Scholien sind wohl später zum Teil in die Catenen übergegangen. Erhalten sind z.B. einige Scholien zu Exodus in der Philokalia (c. 27, p. 242 ff. Robinson, vgl. dort p. 252, 16 f.); auch die Selecta in Psalmos (Lom. XI 351-371) gehören wohl hierher.

 

 

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B. Die Schriften des ...

Einleitung zu:
Vom Gebet (De oratione) (Origenes († 253/54))
Ermahnung zum Martyrium (Exhortatio ad martyrium) (Origenes († 253/54))
Gegen Celsus (Contra Celsum) (Origenes († 253/54))

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Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger