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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XX. Rede

6.

Wenn ich das lehre, was in der Mitte liegt, sage ich die Wahrheit; auf sie allein achten wir mit Recht. Wir wollen keine schlimme Vermengung und keine noch törichtere Trennung. Dadurch, daß man aus Furcht vor Vielgötterei den Logos zu einer einzigen Hypostase vereint, würden uns in dem Bekenntnis des einen Vaters und Sohnes und Heiligen Geistes nur noch leere Namen gelassen werden, und wir würden nicht so sehr erklären, alle seien eins, als vielmehr, jeder sei nichts; denn, wenn sie ineinander über- und aufgehen, würden sie aufhören zu sein, was sie sind. Nicht sollen sie anderseits, wie es die mit Recht als Wahnsinn bezeichnete Lehre des Arius will, in drei fremde, ungleiche und auseinandergerissene Wesen getrennt werden oder der Macht und Ordnung entbehren und gewissermaßen gottfeindlich sein, sofern sie bald, wenn nur dem Unerzeugten Göttlichkeit zugeschrieben wird, in jüdische Engherzigkeit eingeschlossen werden, bald ― was noch törichter denn das Gesagte ist ― als drei Mächte und drei Götter in das entgegengesetzte, gleich große Übel gestürzt werden. Man darf den Vater nicht so lieben, daß man ihm die Vaterschaft raubt. Denn könnte er Vater sein, wenn der Sohn anderen Wesens und gleich der Schöpfung ihm entfremdet ist? Auch darf man Christus nicht so lieben, daß man nicht auch die Sohnschaft festhält. Denn wie könnte er Sohn sein, wenn er nicht (Gott) den Vater als seinen Urgrund erklärt? Nicht darf man dem Vater die Würde des Anfanges, d. i. die Würde, Vater und Erzeuger zu sein, schmälern. Wäre er nicht die Ursache der im Sohne und im Geiste geschauten Gottheit, dann wäre er nur der Anfang für [S. 409] kleine, minderwertige Geschöpfe. Es ist notwendig, die Einheit Gottes festzuhalten und die Dreiheit in den Hypostasen, bzw. Personen zu bekennen, deren jede ihre Proprietät besitzt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger