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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

XIX. Rede

1.

[S. 391] XIX. Rede1.

Über seine eigenen Reden an den Steuerbeamten Julian2.

Was für eine Gewaltherrschaft ist es, unter welche uns die Liebe immer wieder beugen will? Welches ist meine Weisheit und meine Kenntnis, daß wir an allen Festtagen bestürmt werden? Mag ich auch nach allen Seiten prüfen und untersuchen: ich finde in mir gar nichts davon. Dies ist alles, was ich von mir weiß, und dies ist vielleicht ein gutes Zeichen, obwohl manche da von Dummheit sprechen werden. Mein Wunsch war es, für mein ganzes Leben dieser Welt abzusterben und ein in Christus verborgenes Leben zu führen3 und dem großen Kaufmann zu gleichen, der alles, was er besitzt, hingibt, um die kostbare Perle zu kaufen4 und das Dauerhafte und Himmlische gegen das Fließende und Irdische einzutauschen, was nach dem Urteil der Verständigen der größte und sicherste Handel ist. Sollte mir dies nicht möglich sein, so wollte ich doch in Bescheidenheit leben und die hohen Würden denen, welche darnach verlangen, abtreten, um selbst das Leben eines Schülers und Jüngers zu führen, bis es mir gelingt, mit dem süßen Wasser vernünftiger Lehren das bittere Meerwasser wegzuspülen. Dies ist der eine und erste Grund, warum ich mich nach dem Mönchtum oder der Einfalt sehne. Ich habe aber noch einen zweiten Grund und dieser ist der wichtigste.

1: Die Rede wurde Ende 374 oder Anfang 375 gehalten.
2: Manche Handschriften fügen dem Namen Julian noch die Worte bei: „An seinen Studienfreund, welcher in Nazianz Finanzbeamter war.“
3: Vgl. Kol. 3, 3.
4: Matth. 13, 45 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger