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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XIX. Rede

10.

[Forts. v. [S. 397] ] Ihr Schafe, nicht dürft ihr die Hirten weiden, nicht sollt ihr euch über die euch gesetzten Grenzen erheben! Es muß euch genügen, wenn ihr auf gute Weide geführt werdet. Richtet nicht über die Richter, und gebet nicht Gesetze den Gesetzgebern! Denn „Gott ist nicht ein Gott der Auflehnung und Unordnung, sondern des Friedens und der Ordnung.1“. Nicht soll einer Haupt sein, wenn er kaum Hand oder Fuß oder sonst ein minderwertiges Glied des Körpers ist. Brüder, jeder verbleibe in seinem Berufe, mag er auch eines höheren würdig sein! Wenn er den Beruf, in dem er steht, hochhält, findet er mehr Anerkennung, als wenn er nach einem Berufe strebt, den er nicht erhalten hat. Kann einer ohne Gefahr einem anderen Menschen folgen, dann soll er nicht darnach verlangen, unter Gefahren ihm voranzugehen. Das Gesetz der Unterordnung, das die Erde wie den Himmel beherrscht, möge man nicht aufgeben! Vermeiden wir die Vielherrschaft, um nicht in Anarchie zu fallen! Ihr Gelehrten, vertraut nicht zu sehr auf euere Gelehrsamkeit, eure Gescheitheit übersteige nicht die Grenzen der Vernünftigkeit! Seid nicht so töricht, alles bemeistern zu wollen, sondern nehmet es gutmütig hin, wenn ihr manchmal die Waffen strecken müßt! Euer Wort gelte der Vernunft! Machet aus eurer Bildung eine Waffe der Gerechtigkeit, nicht des Todes!

1: Vgl. 1 Kor. 14, 33.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger