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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XIX. Rede

5.

Sollen wir nicht zum Himmel aufblicken? Sollen wir nicht nüchtern werden? Sollen wir nicht die Augen reinigen und heilen? Wollen wir nicht lernen, welches der wahre Reichtum, die wirkliche Herrlichkeit ist? Wo ist die unvergängliche Würde? Welches ist das grenzenlose Glück? Wo ist das Gute, das nicht erschüttert wird, sich nicht ändert und nicht unter Nachstellungen leidet? Müssen wir nicht die irdischen Güter, wenn wir sie überhaupt erhalten, mit viel Schweiß und Mühe erwerben? Ist es, wenn man auf dieser Welt Freude haben soll, nicht die Hoffnung, die uns erfreut? Wollen wir nicht auf die heiligen Märtyrer achten, sowohl auf alle jene, welche gemeinsam wie ein Netz den ganzen Erdkreis umspannen, als auch auf die, welchen das heutige Fest gilt? Warum haben sie Wunden, Fesseln, Foltern, die Drohungen mit Feuer und Schwert, wilde Tiere, Finsternis, Hunger, [S. 394] Abgründe, Konfiskation, Verstümmelung und schließlich den Tod geduldig ertragen und gekämpft, wie wenn sie an ihrem eigenen Leibe nichts spüren würden? Wenn wir auch die Fragen nicht beantworten, muß es doch allen klar sein, daß sie etwas werden, etwas erben wollten. Sollen wir nicht in derselben Hoffnung unter dem gleichen Preis- und Kampfrichter gegen denselben Tyrannen, den dauernden, bitteren Verfolger der Seelen, den unsichtbaren Feind und Gegner, streiten? Sollen wir nicht in ähnlicher Weise in dieser Welt ringen und sie zu einem gemeinsamen Kampfplatz machen? Nicht bedarf es tödlicher Gefahren, es genügt das Ringen und Kämpfen des Alltags, um des gleichen oder eines ähnlichen Lohnes gewürdigt zu werden.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger