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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XIX. Rede

4.

Da ihr es nun so wollt und ihr den Unbesiegbaren besiegt und über meine Askese triumphiert habt, so will ich an euch Worte richten, die wertvoller sind [S. 393] als mein Schweigen. Meine Rede wird nicht weich und zurückhaltend, kein Künstlergenuß sein, wie ihn die Masse so sehr liebt; sie soll keine süße Antwort auf euere Liebe sein, sondern kräftige, harte Worte, die euch bessern sollen, indem sie euch vom Fleische weg zum Geiste führen und euere Gedanken mit Macht zum Himmel erheben. „Ihr Menschenkinder, wie lange noch sind eure Herzen beschwert? Warum liebt ihr Eitelkeit und sucht ihr Lüge1?“ ― um meine Rede mit dem redegewaltigen David zu beginnen. Denn ihr haltet viel auf das irdische Leben, auf Vergnügungen, auf ein bißchen Ansehen, ein wenig Herrschaft und fleischliches Wohlergehen. Doch von diesen Gütern haben die, welche sie besitzen, nicht mehr als die, welche sie erhoffen, und diese nicht mehr als die, welche sie gar nicht einmal erwarten. Wie der Staub vom Sturmwind werden sie bald dahin, bald dorthin geworfen und geschleudert, oder sie schwinden wie der Rauch, täuschen wie der Traum oder sind unfaßbar wie der Schatten. Sind sie fern, dann hat der, welcher sie nicht hat, noch einige Hoffnung; sind sie da, dann kann sich der, welcher sie hat, nicht auf sie verlassen.

1: Ps. 4, 3 [hebr. Ps. 4, 3].

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger