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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XIX. Rede

3.

Was muß ich aushalten! Bald werden wir dahin, bald dorthin gezogen und gezerrt. Man prozessiert mit mir um meine Bemühungen und treibt unerbittlich von mir eine Rede wie eine Schuld ein. Man hat an mir mehr Interesse wie ich selbst. Alle sind weiser als ich und wissen besser wie ich, wann man zu reden und wann man zu schweigen hat. Sie erklärten, sie würden handeln wie das Eisen am Feuerstein und würden von ihren Belästigungen nicht eher ablassen, als bis sie dem kleinen Funken das Feuer der Rede entlockt hätten. Andere wiederum versuchen es bereits mit günstigen Versprechungen und setzen für die Rede schon hohe Preise aus. Aber sie wollen, nachdem sie Gott und uns auf die Rede hin die Ehre gegeben haben, zunächst sich selbst dienen. Sodann möchten sie, daß die Gesamtheit bezüglich der Steuerabgabe Vorteil habe und zwar sowohl mein eigenes Vermögen, soferne die Hinterlassenschaft des Vaters mir zukomme, als auch meine Gemeinde, der ich großes Unrecht täte, wenn ich nicht bereit wäre, ihr auf alle mögliche Weise Nutzen zu verschaffen. Das Gelungenste ist, daß man uns für die Rede das anbieten will, was wir durch die Rede unter vielen Mühe erreichen sollten. Ein netter Eifer, der mich hinunterkriegen möchte! Eine rühmliche Freigebigkeit! Die hübschen Folgen meines Schweigens könnt ihr selber sehen: es hat in euch erst ein recht großes Verlangen gerade nach meinen Reden geweckt. Ihr seht die Frucht unserer Weltflucht. Möge nun mein Reden ebenso schöne Früchte zeitigen wie mein Schweigen!

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger