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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XIX. Rede

14.

Möge die Sünde, ihre erste Grundlage, sowie der Böse zugrunde gehen, welcher, während wir schliefen, unter uns das Unkraut säte, damit, gleichwie das Aufhören des Lichtes der Anfang der Finsternis ist, ebenso die Vernachlässigung des Guten der Anfang der Sünde würde. An unserem irdischen Elend ist schuld der Baum (im Paradiese), der verfluchte Genuß, die verführerische Schlange, der Ungehorsam, welcher dem Leben den Schweiß des Angesichtes eintrug. Hierin liegt die Ursache meiner Nacktheit und Unschönheit. Deshalb habe ich meine Blöße erkannt und mich mit Fellen bekleidet. Deshalb wurde ich aus dem Paradies vertrieben und auf die Erde, von welcher ich gekommen war, verstoßen, wo ich an Stelle der (verlorenen Paradieses-)freuden nur noch das eine Glück genieße, daß ich meine Sünden erkenne. Nicht zur Verminderung der Freuden, sondern zu dauerndem Schmerze und zum [S. 402] Kampfe mit dem, der mir schmeichelte und mich durch den Genuß verführte, wurde ich verurteilt. Dies ist der Lohn für die Sünde. Sie ist schuld, daß ich in Mühsalen geboren wurde und lebe, um zu sterben. Sie ist die Mutter der Not, die Not aber ist die Mutter der Habsucht und die Habsucht die Mutter der Kriege. Der Krieg aber ist der Vater der Steuern, der schwersten Last in diesem verfluchten Leben. Verlängern wir nicht noch die Strafe! Wir leiden ja alle unter dem gleichen Urteile. Tun wir einander nichts Böses! Gott will, daß wir einander Wohltaten erweisen, möge er auch uns strafen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger