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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XIX. Rede

12.

Diese Mahnungen betreffen alle in gleicher Weise, nicht nur die im politischen Leben stehenden Leute. Da die Krankheit gemeinsam ist, sind auch die Heilmittel gemeinsam. Stelle als unser Steuerbeamter eine gerechte Steuerliste auf! Nicht brauchst du bezüglich meiner Reden, die keinen oder nur wenig Gewinn abwerfen und die nur den Ohren dienen und sie erfreuen, ein besorgter Finanzbeamter zu sein; wohl aber sollst du gut und nachsichtig gegen mein Volk sein. Wenn von nichts anderem, dann lasse dich doch von der Festzeit beeinflussen; denn eine Zeit der Steuerlistenaufstellung war es, da der Heiland geboren wurde. Es erging, wie es heißt1, vom Kaiser Augustus der Befehl, den ganzen Erdkreis zu beschreiben, was auch geschah, und Joseph ging mit Maria, dem mit ihm verlobten Weibe, nach Bethlehem hinauf, um sich eintragen zu lassen, da er aus dem Hause und der Familie Davids war. Damals nun wurde der Erlöser geboren und zwar ― wie sonderbar! ― er, der Weltschöpfer und Herr, in einer armseligen kleinen Herberge. Ehren wir dies Geheimnis! Beten wir den [S. 400] Ratschluß an! Bringen auch wir für den Festtag ein Opfer! Jetzt2 freuen sich die Engel, jetzt werden die Hirten von Licht umstrahlt, jetzt geht im Osten der Stern auf, um dem größten und unzugänglichen Lichte entgegenzueilen, jetzt fallen die Magier unter Darbringung von Geschenken nieder, erkennen den König der Welt, schließen aus dem erschaffenen Stern mit Recht auf den himmlischen. Jetzt rast Herodes und mordet die Knäblein, um des Befreiers willen tötet er die, welche die Freiheit erlangen sollten. Wir wollen uns denen anschließen, welche ihn anbeten, wollen aber dem, der unsertwegen sich bis zur Menschwerdung erniedrigt hat, nicht wegen seiner Gottheit Weihrauch oder wegen seiner Königswürde Gold, oder, weil er uns zulieb den Tod gekostet hat, Myrrhe opfern, sondern geistige, übersinnliche Gaben, d. h. wir wollen nicht auf Kosten der Armen etwas annehmen oder uns bereichern, noch ein Geschöpf gegen das andere ausnützen.

1: Luk. 2, 1 ff.
2: D. i. am Feste der Geburt des Herrn.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger