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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XVIII. Rede

43.

[Forts. v. [S. 390] ] Du bist betrübt wegen der Trennung. Die Hoffnung soll dir Freude geben. Gewiß ist es schmerzlich, verwitwet zu sein. Für ihn jedoch ist die Trennung nicht schmerzlich. Wo ist die Liebe, wenn man das, was leichter ist, sich selbst gibt, das Schwerere aber dem Nächsten zuweist? Übrigens, was sollte derjenigen noch schmerzlich sein, die der Auflösung nahe ist? Nicht mehr ferne ist der Tag, und der Schmerz hat sein Ende. Erschweren wir uns nicht das Geringfügigste durch törichte Gedanken! Haben wir auch viel verloren, wir haben es ja gefunden. Zu verlieren, ist das Schicksal aller; zu finden, das Glück von nicht vielen. Lassen wir uns nicht durch den Verlust niederdrücken; das Finden möge uns trösten! Was wertvoller ist, soll uns beherrschen! Du hattest es sehr mutig und geduldig ertragen, noch jugendfrische, lebensfrohe Söhne zu verlieren. Ertrage es auch, daß man einen greisen Körper bestatte, der bereits lebensmüde war, mochte auch die geistige Regsamkeit ihm noch die Kraft der Nerven erhalten haben! Hast du etwa niemanden, der für dich sorgt? Wo ist denn dein Sohn Isaak, den der Vater als Ersatz für alle Verluste hinterlassen hat? Richte an den Sohn die geringe Bitte, er möge dich führen und dir dienen! Dafür aber gib ihm noch mehr, nämlich deinen mütterlichen Segen, deine Gebete und die himmlische Freiheit! Bist du ungehalten über meine Mahnungen? An dir lobe ich es, daß du viele, welche in so langer Zeit sich deiner Weisheit anvertraut haben, gemahnt hast. Nicht können sich meine Worte mit deiner großen Weisheit messen. Die in Trauer sind, bedürfen in gleicher Weise der heilenden Mahnung. Sie sollen wissen, daß es Menschen sind, die Menschen das Geleite geben.XIX. Rede

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger