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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XVIII. Rede

38.

Auch folgende rühmliche Tatsache will ich nicht übergehen. In allem war er abgehärtet und konnte auch den Mantel entbehren. In der letzten Krankheit aber, welche ihn in seinem Alter heimsuchte, siechte er, da sie anhielt und gefährlich wurde, gleich anderen Menschen dahin. Etwas aber zeichnete ihn [S. 386] vor den übrigen Menschen vollständig aus; es kann den anderen Wundern beigezählt werden. Bisweilen nämlich, auch an einem Tage öfter, manchmal auch stündlich war er von Leiden frei, nur weil die Kommunion ihn stärkte; wie auf Befehl wurde die Krankheit geschlagen und zog sich zurück. Nachdem er fast hundert Jahre, also länger, als es David1 für unser Leben bestimmt, gelebt hatte, und 45 Jahre, also ein Menschenalter, Priester gewesen war, schied er in schönem Greisenalter aus dem Leben, und zwar unter den Worten und in der Haltung eines Beters, keine Spur von Sünde, wohl aber reichliche Erinnerungen an sein Tugendleben zurücklassend. Daher genießt er außergewöhnliche Verehrung bei allen, mögen sie von ihm sprechen oder nur an ihn denken. Es wird kaum jemand zu finden sein, der nicht, wenn er an ihn denkt, auch sein Bild verehrt, „die Hand an den Mund legend“, wie die Schrift sagt2. So lebte er, so starb er, so wurde er vollendet.

1: Vgl. Ps. 89, 10 [hebr. Ps. 90, 10].
2: Job 39, 34.

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger