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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XVIII. Rede

37.

[Forts. v. [S. 385] ] Den gleichen Eifer bekundete er in seinem Auftreten gegen die Häretiker, als diese in Verein mit dem gottlosen Kaiser gegen uns vorgingen, um uns gleich den übrigen zu unterwerfen, die schon fast alle geknechtet waren. Uns war er hier nicht von geringem Nutzen, teils durch seine persönliche Tätigkeit, teils wohl auch durch die Vermittlung von uns, welche er als mutige Hunde auf jene gar wilden Tiere hetzte, um uns in der Frömmigkeit zu üben. Einen Vorwurf muß ich allerdings gegen beide1 erheben. Nehmet mir das freie Wort nicht übel! Ich muß mich, wenn es auch lästig sein sollte, darüber beklagen, daß ihr mich über den herrlichen Weg des Priestertums gewissermaßen auf den tollen, unsauberen Markt des Seelenhandels gelockt habt, obwohl ich mich doch über das Elend des Lebens aufregte, mich deshalb wie wohl kein anderer der Altersgenossen nach der Einsamkeit sehnte und darnach strebte, sobald wie möglich diesen unheiligen Sturm und Staub loszuwerden und mich in Sicherheit zu bringen. So kam es, daß viel Leid über mich hereinbrach und auch noch bevorsteht. Wer nämlich bereits bittere Erfahrungen gemacht hat, steht der Zukunft mißtrauisch gegenüber, mag auch der Verstand anders urteilen und Besseres versprechen.

1: D. i. gegen den Vater und gegen Basilius.

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger