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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XVIII. Rede

4.

In solcher Weise wirst du uns ermuntern. Wie aber wirst du die Herde trösten? Zunächst wirst du versprechen, daß du sie führest und leitest; denn du bist der, unter dessen Flügeln alle gerne ruhen und nach dessen Stimme sie mehr dürsten, als die vom Durste Gequälten nach reiner Quelle verlangen. Alsdann wirst du uns überzeugen, daß wir auch jetzt nicht [S. 355] von dem guten Hirten verlassen sind, der sein Leben für seine Schafe hingibt, daß er vielmehr noch zugegen ist, die Schafe weidet und führt, die Seinigen kennt und von den Seinigen gekannt wird, wenn er auch nicht mit den Sinnen geschaut wird, sondern geistig verkehrt, daß er für seine Herde gegen die Wölfe kämpft, niemandem gestattet, diebisch und hinterlistig in den Stall einzusteigen und die von der Wahrheit trefflich geführten Seelen mit ungewohnter Stimme zu entführen und zu rauben. Ich bin überzeugt, daß der Verstorbene jetzt durch seine Fürbitte mehr wirkt als früher durch seine Belehrungen, soferne er Gott näher ist, da er die körperlichen Fesseln abgeschüttelt und sich von dem den Geist verunreinigendem Schmutze frei gemacht hat und mit dem ersten, reinsten, lauteren Geiste als lauteres Wesen verkehrt, gewürdigt ― wenn man so sagen darf ― englischer Hoheit und Freiheit. Darüber wirst du, da du die Kraft des Wortes und Geistes besitzest, besser diskutieren und belehren, als ich mich darüber aussprechen könnte. Damit nicht durch Außerachtlassung seiner Vorzüge meine Rede zu wenig seiner Würde gerecht werde, will ich in kurzen Umrissen auf Grund persönlicher Erlebnisse sein Bild zeichnen, um es dann deiner Tüchtigkeit zu überlassen, genauer die Schönheit seines Tugendwandels für die Ohren und den Geist aller zu schildern.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger