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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XVIII. Rede

3.

Die drei genannten Faktoren, wir, der Hirte und die Herde, haben alle in gleicher Weise dein Kommen veranlaßt. Entsprechend deinem seelsorglichen Verständnis gib jedem, was er braucht, und walte mit [S. 354] Klugheit deines Redneramtes, damit wir deine Weisheit noch mehr bewundern! Wie aber wirst du dieses Amt ausüben? Den Hirten wirst du wegen seiner Tugendhaftigkeit gebührend loben, nicht nur, um dem Reinen eine reine Grabrede zu halten, sondern um seinen Lebenswandel anderen als aufmunterndes Vorbild der Frömmigkeit hinzustellen. Uns wirst du in Kürze weise Lehren geben über Leben und Tod, über die Einigung und Trennung von Leib und Seele und über die beiden Welten, von welchen die eine, die vor unseren Augen liegt, unbeständig ist, die andere, die mit dem Geiste erfaßt wird, von Dauer ist. Uns wirst du überreden, das, was falsch, ohne Ordnung und unausgeglichen ist und gleich den Wogen in beständigem Auf und Nieder sich befindet, zu verachten, dagegen sich dem, was fest und solid und göttlich ist, sich gleich bleibt und keine Aufregung und keine Zerstörung kennt, anzuschließen. Die, welche vor uns hingegangen sind, werden uns nicht so sehr Schmerz als Freude bereiten, wenn dein Wort uns von dieser Welt ablenkt und in den Himmel versetzt, wenn es die freudelose Gegenwart durch den Gedanken an die Zukunft verhüllt und wenn es uns überzeugt, daß auch wir zu einem guten Herrn eilen, daß es besser ist, in der Heimat, als ferne von ihr zu weilen, daß der Übergang ins Jenseits für die Kämpfer dieser Erde dasselbe ist, wie für die Seefahrer die Landung in einem ruhigen Hafen oder daß, gleichwie die, welche einen weiten Weg bereits zurückgelegt haben, sich leichter und freier fühlen als die, welche mühsame Märsche machen, ebenso diejenigen, welche die himmlische Herberge schon erreicht haben, besser und günstiger daran sind als die, welche noch die krummen und abschüssigen Wege dieses Lebens wandeln.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger