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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XVIII. Rede

13.

Nach kurzer Zeit folgte diesem wunderbaren Vorgang ein anderer. Ich erzähle ihn nur den Gläubigen; denn Unheilige schenken dem keinen Glauben, was erhaben ist. Der Vater kam zu der durch Wasser und Geist erfolgenden Wiedergeburt, in der wir Gott bekennen, daß der wahre Christ umgestaltet und vollendet und das Irdische vergeistigt wird. Mit heißem Verlangen und strahlender Hoffnung kam er zur Taufe, nachdem er sich nach Kräften zuvor gereinigt und sich seelisch und geistig noch gründlicher geheiligt hatte als [S. 363] die, welche von Moses die Tafeln erhalten sollten1. Denn diese hatten nur ihre Kleider gereinigt, Diät beobachtet und sich kurze Zeit etwas enthalten. Dem Vater aber diente das ganze vorhergehende Leben zur Vorbereitung für die Erleuchtung, und noch vor der Reinigung suchte er schon durch Reinigung die Gabe zu sichern, damit die Reinheit mit der Vollkommenheit betraut werde und damit die Gabe nicht gefährdet werde durch vermessentliches Verhalten. Als er aber dem Wasser entstieg, umstrahlte ihn ein Licht und eine Herrlichkeit, welche der Gesinnung, mit der er zur Gnade des Glaubens gekommen war, entsprach. Auch einige von den Teilnehmern sahen den Glanz. Allerdings schwiegen sie zunächst noch über das Wunder und wagten nicht, darüber zu sprechen, da jeder meinte, er allein habe die Erscheinung gesehen. Etwas später aber erzählten sie einander davon. Dem, der die Taufe und die Weihe vornahm, war der Glanz so klar erkennbar, daß er den wunderbaren Vorfall nicht bei sich behalten konnte, sondern offen ausrief, er salbe seinen Nachfolger mit dem Geiste.

1: Exod. 19, 10.

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger