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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXI-XXX: Zehn Predigten am Geburtsfeste unseres Herrn Jesu Christi.

Sermo XXIV. 4. Predigt auf Weihnachten.

1.

Geliebteste! Gottes Güte hat schon immer auf verschiedene Art und Weise durch mancherlei Maßregeln für das Menschengeschlecht gesorgt und voll Gnade allen verflossenen Jahrhunderten die Gaben ihrer Vorsehung in reichstem Maße zuteil werden lassen. In jüngster Zeit aber ist sie über all die überreichen Spenden ihres bisher gezeigten Wohlwollens noch weit hinausgegangen, als in Christus die Barmherzigkeit selbst zu denen herabstieg, die in Sünden lebten, die Wahrheit zu denen, die auf Irrwegen wandelten, und das Leben zu denen, die gestorben waren. Dadurch hat jenes Wort, das ebenso ewig wie der Vater und ihm wesensgleich ist, unsere niedrige Natur mit seiner Gottheit vereint. Dadurch ist jener, der als Gott von Gott geboren war, auch als Mensch vom Menschen geboren worden. Es war dies zwar seit Erschaffung der Welt verheißen und durch zahlreiche Vorbilder in Wort und Werk vorher verkündigt worden, allein welch geringen Teil nur der Menschen könnten jene Symbole und in Dunkel gehüllten Geheimnisse erretten, wenn nicht Christus das, was schon lange im verborgenen in Aussicht gestellt war, durch seine Ankunft verwirklichen würde, wenn nicht ein Ereignis, das solange es noch bevorstand nur jenen wenigen Nutzen brachte, die daran glaubten, nunmehr nachdem es Wirklichkeit geworden unzähligen Gläubigen von Nutzen wäre? Wir werden also nicht mehr durch Zeichen oder Vorbilder dem Glauben zugeführt. Nein, durch die Evangeliengeschichte aufs bestimmteste belehrt, beten wir an, woran wie als Tatsachen glauben. Dazu kommen noch zu unserer Unterweisung die Zeugnisse der Propheten, so daß wir nicht im geringsten über das im Zweifel sein können, was, wie wir wissen, durch so viele Weissagungen vorher verkündet wurde. Gehört doch zu diesen Prophezeiungen, was der Herr zu Abraham sagt: "In deinem Samen sollen gesegnet werden alle Völker!"1 . In diesem Sinne besingt David prophetischen Geistes die Verheißung Gottes mit den Worten: "Geschworen hat der Herr dem David getreue Verheißung, und er wird nicht davon abgehen: Von deines Leibes Frucht will ich setzten auf deinen Thron"2 . In diesem Sinne spricht der Herr an einer anderen Stelle durch den Mund des Isaias: "Siehe, eine Jungfrau wird in ihrem Schoße empfangen und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Emanuel geben, was verdolmetscht heißt: Gott mit uns!"3 , und wieder an einer anderen Stelle: "Hervorsprießen wird ein Reis aus der Wurzel Jesses und eine Blume aufgehen aus seiner Wurzel!"4 . In diesem Reise ist ohne Zweifel in prophetischer Weise auf die selige Jungfrau Maria hingewiesen, die aus dem Stamme Jesses und Davids hervorgegangen und vom Heiligen Geiste befruchtet jene neue Blume menschliches Fleisches aus ihrem mütterlichen, aber jungfräulichen Schoße zur Welt brachte.

1: Gen 12,3: 18,28; 22,18; 26,4; Apg 3,25
2: Ps 131,11; vgl.2 Kön 7,12; Apg 2,30
3: Mt 1,23:Is 7,14
4: Is 11,1; vgl. ebd 4,2; Apg 13,23

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger