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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXI-XXX: Zehn Predigten am Geburtsfeste unseres Herrn Jesu Christi.
Sermo XXIV. 4. Predigt auf Weihnachten.

5.

Mögen auch, Geliebteste, alle Häresien in ihren widersprechenden Lehren mit Fug und Recht verdammungswürdig sein, so weist doch jede andere Irrlehre1 in irgendeinem Teile2 etwas Wahres auf: So hat sich zwar Arius in großer Frevelhaftigkeit zugrunde gerichtet, indem er die Behauptung aufstellte, daß der Sohn Gottes geringer als der Vater und sein Geschöpf sei, indem er außerdem der Meinung war, daß von ebendemselben3 unter allem anderen auch der Heilige Geist geschaffen worden sei; aber er leugnete doch wenigstens nicht in dem Wesen des Vaters jene ewige und unveränderliche Gottheit, die er in der Einheit der Trinität nicht sah. Macedonius, der dem Lichte der Wahrheit fernestand, erkannte zwar nicht die Göttlichkeit des Heiligen Geistes an, gab aber doch zu, daß im Vater und im Sohne ein und dieselbe Macht, ein uns dieselbe Natur sei. Sabellius,der sich in unlösbaren Irrtum verrannt hatte, war sich bewußt, daß die Wesenseinheit im Vater, im Sohne und im Heiligen Geiste unzertrennlich sei, wies jedoch der "Einheit" zu, was er der "Gleichheit" hätte zuweisen müssen. Und da er die wahre Dreieinigkeit nicht zu fassen vermochte, so glaubte er nur an ein und dieselbe Person unter dreifacher Benennung. Photinus, dessen Geist mit Blindheit geschlagen war, erkannte in Christus einen wahren, und wesensgleichen Menschen an, glaubte jedoch nicht, daß er vor aller Zeit als Gott von Gott erzeugt worden sei. Apollinaris, der der Festigkeit im Glauben verlustig gegangen war, meinte, der Sohn Gottes habe in der Weise, die wahre Natur des menschlichen Leibes angenommen, daß nach seiner Behauptung in jenem Körper keine Seele gewohnt habe, da die Gottheit selbst an ihre Stelle getreten sei. Wenn man auf diese Weise all die Irrlehren, welche der katholische Glaube verdammt hat, von neuem betrachtet, so wird man in der einen wie in der anderen etwas finden, was von dem, was zu verwerfen ist, ausgenommen werden kann. In der so frevelhaften Lehre der Manichäer aber findet sich auch nicht das Geringste, das in irgendwelcher Beziehung als erträglich angesehen werden könnte.

1: als die Manichäer
2: ihrer Dogmen
3: Vater

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger