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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XVII. Rede

9.

[Forts. v. [S. 349] ] Du übst deine Herrschaft und Verwaltung mit uns aus. Von Christus hast du das Schwert empfangen, nicht um es zu ziehen, sondern um damit zu drohen. Als reines Weihgeschenk werde es für den, der es dir gegeben hat, bewahrt! Du bist ein Bild Gottes. Auch, worüber du herrschest, ist sein Bild. Auf dieser Erde wird es regiert, dann aber tritt es in ein anderes Leben ein, in welches wir alle übertreten werden, nachdem wir ein wenig im Gefängnis, bzw. in der Rennbahn oder in der Vorschule und im Dunkel dieses Lebens getändelt haben. Ehre diejenigen, welche die gleiche Natur haben wie du! Achte das Urbild! Halte es mit Gott, nicht aber mit dem Fürsten der Welt! Halte es mit dem guten Herrn, nicht aber mit dem grausamen Tyrannen! Dieser war Menschenmörder von Anbeginn1 und hatte den ersten Menschen durch Ungehorsam verwundet; er ist schuld an den Mühen des Lebens und hat durch die Sünde das Strafrecht eingeführt. O Mann Gottes, denke daran, wessen Geschöpf du bist, wozu du berufen wurdest, was du besitzest, welche Pflichten dir auferlegt sind, wer dir die Vernunft, das Gesetz, die Propheten, die Erkenntnis Gottes, das Vertrauen auf die Zukunft gegeben hat! Ahme daher Gottes Güte nach! Gerade das Wohltun vergöttlicht am meisten den Menschen. Mühelos kannst du Gott werden. Versäume nicht die Gelegenheit zur Vergöttlichung!

1: Joh. 8, 44.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger