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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XVI. Rede

11.

[Forts. v. [S. 331] ] „Ich weiß, daß du hart bist, und daß dein Nacken eiserne Sehnen hat1“, so wird er wohl zu mir sagen, wenn ich mich von den Heimsuchungen nicht belehren lasse. Wer schmähte, schmäht noch; wer das Gesetz übertrat, übertritt es noch. Nichts fruchtete die Belehrung von oben, nichts die Geißelhiebe. „Der Blasebalg hat aufgehört, das Blei ist ausgegangen“ ― Worte des Jeremias2, die ich schon früher einmal benützte, euch Vorhalt zu machen. Umsonst hat der Silberschmied gearbeitet; eure Sünden sind nicht geschmolzen. „Werdet ihr ― fragt der Herr ― meinen Zorn ertragen können? Kann meine Hand nicht noch andere Plagen über euch bringen? Noch stehen mir die Beulen zur Verfügung, die sich infolge des Ofenrußes gebildet hatten, welchen Moses oder sonst ein Diener des göttlichen Willens gegen den Himmel gestreut hatte, um Ägypten durch Krankheit zu züchtigen3, ferner Heuschrecken4 und dichte Finsternis und jene Plage, welche zwar zuletzt verhängt wurde, aber dem Schmerz und der Wirkung nach die erste Stelle einnahm, nämlich die Vernichtung und der Tod der Erstgeburt.“ Um solchem Schrecken zu entgehen und den Tod abzuwenden, ist es das beste, die Pfosten des Geistes, nämlich das Denken und Handeln, mit dem großen, heilsamen Siegel, d. i. dem Blute des Neuen Bundes, zu salben und mit Christus gekreuzigt zu werden und zu sterben, auf daß wir auch mit ihm jetzt und bei seiner letzten Wiederkunft aufstehen, verherrlicht werden und herrschen. Nicht sollen wir zerschmettert und erledigt werden und trauern; nicht soll der Böse uns in stürmischer Nacht und in dieser Finsternis des Lebens schlagen und die Erstgeburt der gottgeheiligten Keime und Triebe unseres Lebens vernichten!

1: Is. 48, 4.
2: [Jer.] 6, 29.
3: Exod. 9, 8 ff.
4: Ebd. [Exod.] 10, 13 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger