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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XV. Rede

10.

Nach dieser Rede gesellte sie sich zu ihren Söhnen. Auf welche Weise? Zum Scheiterhaufen, zu dem sie verurteilt worden war, eilte sie, als wäre er ihr Brautgemach gewesen. Nicht wartete sie erst auf die, welche sie hinschleppen sollten; denn nicht wollte sie, daß ein unheiliger Körper ihren heiligen, edlen Leib antaste. Solch herrliche Frucht hatte das priesterliche Wirken Eleazars gezeitigt, der in die himmlischen Geheimnisse eingeweiht war und einweihte und Israel nicht mit äußeren Besprengungen, sondern mit seinem eigenen Blute [S. 319] heiligte, und dessen Tod das höchste Geheimnis wurde. Solch herrliche Früchte hatte die Jugend der Brüder gezeitigt, welche nicht den Vergnügungen ergeben waren, sondern die Leidenschaften bemeisterten und ihren Körper heiligten, so daß sie in ein Leben ohne Leiden eingegangen sind. Solche Früchte hatte die Fruchtbarkeit der Mutter gezeitigt; die lebenden Kinder waren ihr Stolz, mit den toten beschloß sie ihr Leben. Die, welche sie der Welt geboren hatte, schenkte sie Gott. Wie die Zahl der Geburtsschmerzen, so groß war die Zahl der Martyrien, und die Reihenfolge der Hinrichtungen erinnerte sie daran, in welcher Reihenfolge die Söhne geboren wurden; mit dem Ältesten begann der Kampf, beim Jüngsten endete er. Wie die Wogen sich drängen, so bewies einer nach dem anderen seine Tüchtigkeit und drängte jeder noch mehr zum Leiden, gestärkt durch die Leiden des Vorgängers. Der Tyrann war daher froh, daß die Mutter nicht noch mehr Kindern das Leben geschenkt hatte. Seine schändliche Niederlage wäre noch schlimmer gewesen. Zum ersten Male erkannte er die Unbrauchbarkeit seiner Waffen, als er gegen wehrlose Söhne vorging, deren einzige Waffe das fromme Gemüt war und die noch mehr zum Leiden drängten als er selbst zum Handeln.

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger