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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XV. Rede

6.

Versprich uns daher nicht weiter das Unbedeutende und Nichtswürdige! Nicht wollen wir Ehren, die schändlich sind, und nicht wollen wir etwas gewinnen, was uns Schaden bringt. So elende Geschäfte werden wir nicht mitmachen. Lasse auch deine Drohungen! Andernfalls drohen wir mit Aufdeckung deiner Schwachheit und außerdem mit den Strafen, die uns zur Verfügung stehen. Denn wir haben ein Feuer, die Tyrannen zu strafen. Meinst du, du hast es mit Völkern und Städten zu tun oder mit recht feigen Fürsten? Während die einen siegen, wirst du vielleicht über die anderen Herr werden. Sie kämpfen ja nicht um die gleiche Sache wie wir. Was du bekämpfst, ist das Gesetz, die von Gott geschriebenen Tafeln, sind die väterlichen Bräuche, welche von einem Geiste beseelt sind und welche dich durch siebenfachen Triumph beschämen werden. Diese zu besiegen, ist keine Heldentat; aber von ihnen besiegt zu werden, ist äußerst schmählich. Wir sind die Nachkommen und Schüler jener, die von der Feuer- und Wolkensäule geführt wurden, für die sich das Meer teilte, der Fluß haltmachte, die Sonne stehen blieb, Brot vom Himmel regnete, durch Ausstreckung der Hände und durch Gebet Tausende in die Flucht geschlagen wurden, [S. 314] vor denen Tiere zurückwichen, die das Feuer nicht berührte, und vor denen Könige in Bewunderung ihres Mutes flohen. Wir wollen noch von dem sprechen, was dir bekannt ist. Wir sind Schüler Eleazars, dessen Standhaftigkeit du erfahren konntest. Der Vater hat zuerst den Kampf bestanden, nach ihm werden ihn die Söhne bestehen. Der Priester ist hingegangen, die Opfer werden ihm folgen. Mit Vielem schreckst du uns, zu noch Schlimmerem sind wir bereit. Übermütiger Mann, was willst du bei uns mit deinen Drohungen erreichen? Was werden wir noch zu leiden haben? Nichts ist stärker als die, welche bereit sind, alles zu ertragen. Henker, was zögert ihr? Warum zaudert ihr? Warum wartet ihr erst noch auf den gnädigen Befehl? Wo sind die Schwerter, wo die Fesseln? Ich wünsche Eile. Facht das Feuer noch mehr an, machet die Tiere wilder, suchet noch mehr Qualen aus! Überall entfalte sich noch mehr königliche Pracht! Ich bin der Erstgeborene, opfere mich zuerst! Ich bin zwar der Letztgeborene, doch kehre man die Ordnung um! Auch einer von denen, die dazwischen geboren wurden, soll unter denen sein, die zuerst darankommen, damit wir zugleich geehrt werden! Willst du schonen? Erwartest du vielleicht Gesinnungswechsel? Immer und immer wiederholen wir die gleiche Erklärung: Wir können nichts Unreines essen, wir werden nicht nachgeben. Eher wirst du unsere Lehren achten, als daß wir den deinigen nachgeben. Um es kurz zu sagen: Sei überzeugt, daß wir die aufgestellten Foltern verachten, du mußt noch andere ersinnen.“

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger