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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XIV. Rede

7.

[S. 278] Ich behandle ihn mit Nachsicht, da er mein Genosse ist. Aber ich weiß nicht, wie ich seinen Angriffen entgehen kann oder wie ich, wenn ich, von seinen Fesseln beschwert, niedergedrückt oder auf dem Boden niedergehalten werde, es machen soll, um nicht von Gott abzufallen. Der Körper ist ein freundlicher Feind und ein feindlicher Freund. Man fühlt sich verbunden und abgestoßen. Was ich fürchte, umarme ich, und was ich liebe, fürchte ich. Noch ehe ich den Kampf beginne, versöhne ich mich; noch ehe ich Frieden schließe, beginne ich die Feindschaft. Was will die Weisheit mit mir? Was für ein großes Geheimnis beobachten wir hier? Beabsichtigt etwa Gott, dessen Anteil wir sind und von dessen Höhen wir stammen, uns im Kampf und Streit mit dem Körper ständig zu zwingen, auf ihn zu schauen, und uns durch die mit uns verbundene Schwachheit zum Idealismus anzuhalten, damit wir nicht wegen unserer Menschenwürde uns hochmütig erheben und nicht den Schöpfer verachten und damit wir es einsehen, daß wir zugleich sehr hoch und sehr tief stehen, irdische und himmlische, vergängliche und unsterbliche Geschöpfe sind, Erben des Lichtes und des Feuers oder auch der Finsternis, je nachdem wir uns entscheiden. In genannter Weise sind Seele und Körper meines Erachtens zu dem Zwecke zusammengemischt, daß, wenn wir auf unsere Ebenbildlichkeit stolz sind, der Staub uns niederdrücke. Darüber mag jeder denken, wie er will; wir werden uns bei gegebener Gelegenheit noch darüber aussprechen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger