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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XIV. Rede

25.

Wir wollen dem obersten und ersten Gesetze Gottes folgen. Gott aber läßt über Gerechte und Sünder regnen und über alle in gleicher Weise seine Sonne aufgehen, er hat allen, die auf dem Lande leben, das freie Land, die Quellen, die Flüsse, die Wälder und den Vögeln die Luft, den Wassertieren das Wasser bereitet. Nicht kargend spendete er allen den ersten Lebensunterhalt, der nicht beschlagnahmt, durch kein (menschliches) Gesetz eingeschränkt, nicht abgemessen wird; er hat ihn allen gemeinsam und reichlich und ohne irgendwelchen Abzug gegeben. Er wollte durch die Gleichheit der Gabe [S. 294] die Gleichheit der Geschöpfe betonen; er wollte den Reichtum seiner Güte offenbaren. Wenn aber Menschen Gold und Silber, alle möglichen weichlichen, überflüssigen Kleider und glänzende Edelsteine oder dgl. verwahren, wodurch Kriege, Revolutionen, schlimmste Tyrannei veranlaßt werden, dann heben sie in ihrer Torheit den Kopf hoch, künden armen Verwandten das Mitleid und weigern sich in ihrer Ungeschliffenheit und Albernheit, mit ihrem Überfluß die Not zu unterstützen, dann wollen sie nicht einmal einsehen, daß Armut wie Reichtum, die sog. Freiheit wie die Knechtschaft und derartige Begriffe als gemeinsame Krankheit zugleich mit der Sünde als deren Erfindungen erst später im Menschengeschlechte Eingang erhalten hatten. „Von Anfang an war es jedoch, wie es heißt1, nicht so.“ Vielmehr hat der, welcher den Menschen am Anfang erschaffen hatte, ihn frei und selbständig ausgesandt, nur dem Gesetze des Gebotes unterstellt und ihn mit dem Reichtum paradiesischer Wonne ausgestattet; in dem einen ersten Menschen hat er auch dem übrigen Menschengeschlechte diese Gaben bestimmt und geschenkt. Nur dem, der das Gebot hielt, war Freiheit und Reichtum verliehen; der Übertretung aber folgten Armut und Knechtschaft.

1: Matth. 19, 8.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger