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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
XIV. Rede

15.

Was haben nun wir zu tun, die wir den großen, neuen Namen geerbt haben und uns nach Christus bezeichnen, wir, „das heilige Geschlecht, das königliche Priestertum, das überragende, auserwählte Volk1, das nach guten, heilsamen Werken strebt2, die Jünger des sanften, barmherzigen Christus, der unsere Schwachheiten auf sich genommen, sich bis zu unserem Staube erniedrigt und sich unsertwegen der Armut dieses Fleisches und des irdischen Zeltes unterworfen hat, der aus Liebe zu uns leiden und dulden wollte, damit wir durch seine Gottheit reich würden3. Was ist unsere Aufgabe gegenüber einem solchen Vorbilde der Herzensgüte und des Mitleids? Was sollen wir über die Aussätzigen [S. 285] denken und was sollen wir ihnen gegenüber tun? Dürfen wir sie verachten, vernachlässigen? Sollen wir sie verlassen wie Tote, wie Geächtete, wie äußerst gefährliche Schlangen und andere Tiere? Durchaus nicht, meine Brüder! Dies entspräche nicht unserer Würde als Zöglinge Christi, des guten Hirten, der das Verirrte zurückführt, das Verlorene aufsucht, das Schwache stärkt. Dies entspräche aber auch nicht unserer menschlichen Natur, welche, da sie von gleichem Elende bedroht ist, zu Güte und Barmherzigkeit erzogen wird und Mitleid zum Gesetze gemacht hat.

1: 1 Petr. 2, 9.
2: Tit. 2, 14.
3: Vgl. 2 Kor. 8, 9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger