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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
X. Rede

3.

Wozu soll ich von all dem sprechen, was Schmerz und Niedergeschlagenheit, die ich als seelische Finsternis bezeichne, ersonnen hatten? In erwähnter Weise hatte ich gedacht und noch verkehrtere Gedanken hatte ich. Selbst will ich aber mein Handeln verurteilen, mag es nun Unbesonnenheit oder Verwegenheit gewesen sein. Nunmehr habe ich meine Stellung geändert und bin umgestimmt für das, was viel richtiger und uns geziemender ist. Wie ehrlich unsere Umwandlung ist, kannst du, Bewundernswerter, nicht nur daraus ersehen, daß du mich zum Aufgeben des von dir getadelten und oft kritisierten Schweigens gebracht hast, sondern auch aus der Übereinstimmung unserer Lehren. Dies ist nun ein sicherer Beweis für unsere Freundschaft und für den in uns wohnenden Geist. Doch worin besteht die Übereinstimmung? Sollte ich noch einen Fehler machen, dann korrigiere ihn, wie du es auch sonst zu tun pflegtest! Nicht wolltest du eine Zurücksetzung des Geistes gegenüber der Freundschaft dulden. Zwar sind wir dir wohl mehr als die übrigen, doch den Geist schätzest du noch viel höher als uns. Nicht wolltest du es ertragen, daß das Talent in der Erde verborgen und vergraben werde, oder daß der Leuchter noch länger unter den Scheffel gestellt werde; solche Meinung hast du nämlich von meinem Lichte und meinem Wirken. Du strebtest darnach, daß dir, dem Paulus, auch noch ein Barnabas beigesellt [S. 257] werde, und daß sich dem Silvanus und Timotheus auch noch ein Titus anschließe, damit durch die Mithilfe derer, welche sich um deinetwillen aufrichtig der Seelsorge hingeben, die Gnaden wachsen und du „von Jerusalem und seiner Umgebung aus bis nach Illyrien das Evangelium vollendest1“.

1: Röm. 15, 19.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger