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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
VIII. Rede

10.

Da ihr es wollt, spreche ich auch noch von folgendem Vorzug. Ihr selbst schien er allerdings nicht der Beachtung wert, so wenig als allen denen, die wahrhaft keusch und ehrbar in ihrem Betragen sind; nur die, welche allzusehr an der Welt und der Schönheit hängen und sich durch kein aufklärendes Wort belehren lassen wollen, sind schuld, daß man etwas dahinter findet. Nicht Gold, das man künstlich bearbeitet, um die Schönheit zu erhöhen, hat sie geschmückt, nicht hell- und dunkelblond gefärbtes und gelocktes Haar, nicht die schmählichsten Künste derer, welche ein ehrwürdiges Haupt zu einem Schauplatz machen wollen, nicht kostbare, wallende, durchsichtige Kleider, nicht glänzende, funkelnde Edelsteine, die den Körper umstrahlen, nicht die täuschende Kunst der Maler, nicht käufliche Schönheit, nicht ein irdischer, gegen den Schöpfer arbeitender Bildner, der das Gebilde Gottes mit trügerischen Farben bedeckt, durch seine Auszeichnungen nur entehrt und die von Gott geschaffene Gestalt frechen Augen als Götzenbild der Lüsternheit hinstellt, damit das für [S. 239] Gott und die Zukunft bestimmte Geschöpf ein Raub falscher Schönheit werde. Obwohl sie allen weiblichen Schmuck jeder Art kannte, hielt sie doch ihren Charakter und den Glanz ihrer Seele für den wertvollsten. Nur ein Rot liebte sie, das Erröten der Schamhaftigkeit, und nur ein Weiß liebte sie, das Weiß der Unschuld. Das Schminken und das Untermalen1, die lebenden Zeichnungen, die wandelnden Kunstwerke ließ sie den Schauspielerinnen und öffentlichen Dirnen und allen denen, die es für Schmach und Schande halten, sich zu schämen.

1: Nämlich der Augen.

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger