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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
VIII. Rede

16.

[S. 244] Das Unglück müssen wir preisen und bewundern. Es war besser zu leiden, als von Leiden frei zu bleiben. Mögen auch die Worte „Er wird schlagen und verbinden und heilen und nach drei Tagen wieder auferstehen lassen1“, sich auf ein größeres, geheimnisvolleres Ereignis bezogen haben, wie die Geschichte gezeigt hat, so können sie doch ebensosehr auch auf das Unglück der Gorgonia angewandt werden. Der erzählte Vorgang ist allgemein, auch Fernstehenden bekannt; denn überallhin ist die Kunde von dem Wunder gedrungen und überall erzählt und hört man von diesem Ereignis im Zusammenhang mit den sonstigen Wundertaten Gottes. Ein anderer Vorgang jedoch ist bis jetzt den meisten unbekannt und verborgen geblieben infolge der erwähnten Demut und der bescheidenen und zurückhaltenden Frömmigkeit Gorgonias. Soll ich nun, o bester und vollkommenster Hirte, der du auch dieses heilige Schäflein geführt hast, davon sprechen? Gibst du deine Einwilligung? Sind wir, denen allein das Geheimnis anvertraut worden war und die wir beide Zeugen des Wunders waren, etwa noch weiterhin um der Verstorbenen willen (zum Schweigen) verpflichtet? Wie es früher Zeit war zu schweigen, so ist es nach meinem Dafürhalten jetzt Zeit zu reden und zwar nicht nur, um damit Gott zu verherrlichen, sondern auch, um die zu trösten, die in Bedrängnissen leben.

1: Osee 6, 1 f.

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger