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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
V. Rede

37.

Lasset uns unsere Tyrannen durch Nachsicht besiegen! Nachgiebigkeit erfolge vor allem aus Liebe! Die Kraft des Gebotes vergilt uns die Liebe in allem, worin wir sie nötig haben. Wir wissen ja, daß uns mit dem gleichen Maße gemessen wird, mit welchem wir messen1. Ist einer ganz unausstehlich, dann überlassen wir unsere Beleidiger Gott und dem jenseitigen Gerichte. Unsere Hände sollen den kommenden Zorn nicht verringern! Sinnen wir nicht auf Konfiskation, zitieren wir nicht vor die Gerichte, verbannen wir nicht, strafen wir nicht durch Geißeln, tun wir ― um mich kurz zu fassen ― nichts von dem, was wir an uns erfahren mußten! Machen wir, soweit es möglich ist, durch unser Beispiel unsere Feinde milder gestimmt! Hatte einer einen Sohn, den Vater, die Frau, einen Verwandten, einen Freund oder sonst einen Vertrauten unter den Märtyrern, dann wollen wir allen den Schmerz wertvoll und verdienstlich gestalten, indem wir sie zum geduldigen Ertragen ermuntern! Wir können ihnen keinen größeren Gefallen erweisen. Soll ich noch auf unsere Erfahrung hinweisen? Volk und Städte verurteilen unsere Verfolger in Theatern, auf Märkten, in Versammlungen. Was früher gepriesen wurde, wird nunmehr geschmäht. Gerade von denen, welche die Verfolgung mitgemacht haben, werden ― es klingt unglaublich ― unter allen möglichen Verspottungen die Götter gestürzt; lange seien sie von diesen an der Nase herumgeführt worden und erst spät würde ihr Betrug bestraft. Können wir etwas Wunderbareres ausfindig machen? Für erbärmliche Menschen allerdings mag es vielleicht eine Kleinigkeit sein. Es kommt noch die Stunde, da ich sehen werde, wie meine Feinde und ihr großer Führer über ihre Sünden [S. 188] weinen, die Stunde, da jede Bosheit gerichtet und bestraft wird.

1: Matth. 7, 2.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger