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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
IV. Rede

87.

Von den vielen Vorkommnissen sei jenes berichtet, das selbst bei Gottlosen Schauer erregen muß. Jene1 sollen nämlich heilige, von der Welt unberührte [S. 127] Jungfrauen, die kaum noch der Blick eines Mannes getroffen hatte, vorgeführt und entkleidet haben, um sie zunächst den schmähenden Blicken auszusetzen. Sodann sollen sie dieselben ihrer Haare beraubt und zerfleischt haben. O mein Christus, wie hätte ich es ertragen, daß du damals in Langmut zusahest! Darauf hätten die einen dieselben mit eigenen Zähnen verzehrt und ihrer Rohheit entsprechend sich mit der rohen Leber gesättigt, um hernach noch das gemeinsame, gewöhnliche Mahl einzunehmen. Andere dagegen hätten unter die noch zuckenden Eingeweide Schweinefutter getan, recht gefräßige Schweine darübergelassen und dann — ein ekelhaftes Schauspiel! — zugesehen, wie sie das Fleisch zerfetzten und mit der Gerste fraßen. Eine noch nie gesehene, unerhörte Zusammenstellung von Speisen! Julian, der schuld daran war, verdiente es, daß seine Dämonen durch diese seine Rohheit noch besser gediehen. Diese ernährte er auch mit seinem eigenen Blute und seiner eigenen Wunde. Allerdings sind elende Menschen für solche Vorgänge unempfindlich und verlieren durch ihren Mangel an Religion sogar das Denken.

1: Darunter sind wohl die erwähnten Bewohner von Heliopolis zu verstehen, da von den soeben genannten Bewohnern von Gaza in Kap. 93, von denen von Arethusa in Kap. 88 ff. die Rede sein wird.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger