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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
IV. Rede

61.

Da Julian die Christen ihres hohen Ansehens berauben wollte (― die meisten beurteilen ja den Nächsten nach ihren eigenen Leidenschaften ―), hat er es vor [S. 106] allem auf das abgesehen, was unser Stolz und unsere Ehre ist. Nicht offen und ehrlich wie die anderen Christenverfolger läßt er die Gottlosigkeit verkünden. Auch gibt er keineswegs kaiserliche oder doch eigenmächtige Entscheidungen gegen uns heraus; denn nicht soll sein schlimmes Unterfangen, das Volk des Erdkreises zu unterjochen und die Lehre, welche über allen Lehren erhaben ist, zu knechten, mit Glanz und Glorie einsetzen. Vielmehr verfolgt er die Kirche gar hinterlistig und niederträchtig, und in der Hetze gegen uns bedient er sich eines zweideutigen Gewebes von Erklärungen. Da er als Regent eine doppelte Aufgabe verfolgte, nämlich zu schmeicheln und zu vergewaltigen, überließ er das Unmännliche, die Knechtung, dem Demos und den Städten, weil diesen wegen ihrer mangelnden Kenntnis und wegen ihres stets unüberlegten Draufgehens Ausschreitungen leichter verziehen werden. Nicht durch Staatsgesetze schritt er ein. Dadurch, daß er Angriffe nicht verhinderte, gab er seinen Willen in ungeschriebenem Gesetze kund.

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger