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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
IV. Rede

7.

Es eilt und drängt bereits zum Festspiel. Erfreut über das Geschaute lade ich zum geistigen Reigen alle ein, welche Tag und Nacht unter Fasten, Weinen und Beten um Befreiung von den drückenden Sorgen gefleht und durch die Hoffnung, die nicht zuschanden werden läßt1, sich im Unglück ein probates Mittel verschafft haben. Alle lade ich ein, welche schwere Kämpfe und Mühen zu bestehen und viel unter den harten Schlägen der Zeit zu leiden gehabt haben, wodurch sie ― um ein Wort des Apostels zu gebrauchen2 ― der Welt, den Engeln und Menschen zum Schauspiel geworden waren, alle, welche körperlich zu leiden gehabt haben, seelisch aber unbesiegt geblieben sind, da sie in der Kraft Christi in allem standgehalten haben3. Ich lade ein alle, welche sich von der sündhaften Welt und ihrer Macht losgesagt oder mit Freuden es hingenommen haben, wenn sie ihres Besitzes beraubt worden sind, alle, welche ― wie bekannt ― mit Unrecht aus ihrer Heimat vertrieben und von Mann, Weib, Eltern, Kindern ― oder wie all die kleinen Verwandtschaftsverhältnisse sonst noch heißen mögen, durch welche wir gebunden sind ― für einige Zeit getrennt worden sind, aber im Namen Christi ihre Leiden für Christus geopfert haben und nun mit Recht beten und singen können: „Menschen hast du über unsere Häupter gesetzt, durch Feuer und [S. 77] Wasser sind wir gegangen; doch du hast uns herausgeführt, damit wir neu aufleben4.“

1: Vgl. Röm. 5, 5.
2: 1 Kor. 4, 9.
3: Vgl. Phil. 4, 13.
4: Ps. 65, 12 [hebr. Ps. 66, 12].

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger