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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
IV. Rede

124.

Sage mir, wo und bei welchen Menschen segnen die, welche geschmäht werden, sind freundlich die, welche gelästert werden1 ― bloße Beschimpfungen zu hören, ist ja nicht so bitter, wie begründete Beschuldigungen einstecken zu müssen ―, demütigen sich die, welche verfolgt werden, geben die ihre Kleider hin, welche entblößt werden, beten diejenigen, welche verflucht werden, für ihre Schmäher, wird ― um es mit einem einzigen Worte zu sagen ― die Frechheit durch Güte besiegt, und werden die Missetäter durch standhaftes Leiden gebessert? Geben wir einmal zu, daß die Heiden durch geschickt ausgedachte Gesetze dem Laster begegnen: doch erreichen sie etwa den Grad der Tugend und Bildung unserer Leute, die es für Sünde erachten, stillzustehen, im Guten nicht vorwärtszuschreiten und sich nicht ständig aus den alten Zuständen heraus zu verjüngen? Jene sind Kreisel, welche sich um das Laster drehen, von ihm aber nicht loskommen und wie von einer Peitsche an ein und demselben Platze bewegt werden. Das Gute müssen wir teils vollbringen, teils müssen wir uns an dasselbe klammern, teils müssen wir darnach streben, bis wir zu jener Vollkommenheit und Vergöttlichung gelangt sind, für welche wir [S. 158] erschaffen sind und zu welcher wir kommen, wenn wir nur vernünftig sind und ein Ziel erhoffen, das der Größe Gottes würdig ist.V. Rede

1: Vgl. 1 Kor. 4, 13.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger