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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
IV. Rede

122.

[S. 156] Ferner sollen Mäßigung lehren und Enthaltsamkeit predigen ihr nächster Lehrer Zeus, der um der Weiber willen alle möglichen Gestalten angenommen hatte, der Allerliebste, der phrygischen Knaben als liebwerter Adler erschien1, damit die Götter beim Kredenzen des Weines an die Knaben des Zeus möglichst vergnügt zechten, außerdem Triesperos Herakles, der in einer einzigen Nacht die fünfzig Töchter des Testius bezwang2; es war seine dreizehnte Heldentat, obwohl sie unbegreiflicherweise den anderen Taten nicht beigezählt wird. Ares möge seinen Zorn bezähmen, Dionysos seine Trunksucht, Artemis ihren Haß gegen Fremde, der orakelnde Apollo seine Lügenhaftigkeit, sein ungezügeltes Lachen der Gott (Hephästos), der zum Leidwesen der Götter hinkte und sich auf schwächliche Beine stützte3. Ihre Gefräßigkeit mögen bezähmen Zeus, der mit den übrigen Dämonen zum fetten Mahle der trefflichen Äthiopier eilte4, der Ochsenfresser5, der den Bauern überwältigte und den pflügenden Ochsen verschlang, was ihm seinen Namen eintrug, und alle Götter, welche dem Opfergeruch und den Trankopfern nachlaufen!

1: Zeus hatte in Gestalt eines Adlers den Ganymedes geraubt; im Olymp hatte der geraubte Ganymedes die Aufgabe, Mundschenk der Götter zu sein (Il. 20, 234; Vergil, Aen. 1, 28; Ovid, Metam. 10, 255).
2: Vgl. oben Kap. 77!
3: Vgl. Il. 18, 410 ff.
4: Il. 1, 423 f.
5: D. i. Herkules. Vgl. oben Kap. 77.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger