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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
IV. Rede

120.

Was soll man über ihre Moral urteilen? Mit welchen Mitteln, welchen Gründen, durch welche Erwägungen werden sie zur Tugend erziehen können und werden ihre Mahnungen würdige Menschen machen? Etwas Vorzügliches ist die Eintracht und der Friede der Staaten, der Völker, der Familien, der Einzelpersonen und ihr Gehorsam gegen die Gesetze und die Ordnung der Natur, welche alles trennt und bindet und in diesem All aus vielem eine einzige Welt gestaltet hat. Unter welchen Bildern können sie Friede und Eintracht lehren? Etwa dadurch, daß die von Kriegen, Zwistigkeiten und Empörungen der Götter und von der Unmenge der Übel reden, welche diese selbst privat und öffentlich zeigen und anderen zufügen und von welchen es in fast allen ihren Erzählungen und Dichtungen wimmelt? Durch solche Mythen können sie eher aus friedfertigen Menschen Krieger und aus Weisen Verrückte machen, als freche und ungebildete Menschen zu gesitteten und züchtigen umgestalten. Wer vermag die, welche selbst dann, wenn keine Verführer wirken, nur mit Mühe von der Sünde abgehalten und vom [S. 155] Schlimmeren zum Besseren geführt werden können, zu Demut und Bescheidenheit zu erziehen, wenn ihnen die Götter Führer und Erzieher zu Leidenschaft sind? Dort ist die Sünde etwas Ehrenvolles, da sie unter dem Schutze eines der Götter steht und da die Leidenschaft auf Altären und durch Opfer ausgezeichnet wird und anerkannte Freiheit erlangt hat. Es ist haarsträubend, das als göttlich zu verehren, was gesetzlich bestraft wird. Soweit ist es mit eurer Unmoral gekommen!

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger