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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
II. Rede

66.

[Forts. v. [S. 42] ] Schweigen will ich über das, was er von denen berichtet, die sich selbst weiden, die Milch verzehren, sich in Wolle kleiden, Masttiere schlachten, aber die Schafe nicht weiden, das Schwache nicht unterstützen, das Verwundete nicht verbinden, das Verirrte nicht heimführen, das Verlorene nicht suchen, das Starke nicht bewachen1, sondern durch Not verderben und mit Fleiß zugrunde richten, so daß die Schafe, weil die Hirten fehlen und niemand da ist, der sie sucht und heimführt, sich über alle Felder und Berge zerstreuen und allen Vögeln und wilden Tieren zur Beute werden2. Wie heißt es weiter? „So wahr ich lebe ― spricht der Herr ― da dem so ist und da meine Schafe zur Beute geworden sind, so will ich über die Hirten kommen und meine Schafe aus ihrer Hand fordern3“; die Schafe will ich sammeln und zu meinem Eigentum machen, diese aber sollen Strafen erleiden, wie sie schlechte Hirten verdienen.

1: Ebd. [Ezech.] 34, 2–4.
2: Ebd. [Ezech.] 34, 8.
3: Ebd. [Ezech.] 34, 9–11.

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger