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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
II. Rede

63.

Wer sollte so kalt und hartherzig sein, daß er nicht zittert und bescheidener wird, wenn er von den ernsten Beschuldigungen und Vorwürfen hört, welche Zacharias gegen die übrigen Hirten erhebt? „Hirten ― sagt er ― erheben klagend ihre Stimme, weil ihre Pracht ein schreckliches Ende gefunden hat. Löwen brüllen, weil sie solches leiden1.“ Es ist fast, als würde Zacharias bereits mit den eigenen Ohren das Klagen hören und zugleich mit den Leidenden wehklagen. Bald darauf klagt er noch schmerzlicher und ungestümer: „Weidet die Schlachtschafe, welche die Käufer erbarmungslos abschlachten, und deren Verkäufer sagen: dem Herrn sei Dank, wir haben Geschäft gemacht! Und die Hirten hatten kein Mitleid mit ihnen. Daher werde ich die Bewohner des Landes nicht weiterhin schonen, spricht der allmächtige Herr2.“ Und wiederum sagt er: „Schwert, erhebe dich wider die Hirten3! Schlaget die Hirten und führet heraus die Schafe! Meine Hand will ich ausstrecken wider die Hirten, und mein Zorn ist entbrannt wider die Hirten. Die Lämmer aber will ich heimsuchen4.“ Auch den Volksführern gilt nun seine Drohung. Mit solchem Eifer verweilt er bei seiner Rede, und nicht leicht kann er sich von den Drohungen losmachen. [S. 41] Würde ich alle seine Worte der Reihe nach erwähnen, müßte ich fürchten, lästig zu werden.

Soweit Zacharias.

1: Ebd. [Zach.] 11, 3.
2: Ebd. [Zach.] 11, 4–6.
3: Ebd. [Zach.] 13, 7.
4: Ebd. [Zach.] 10, 3.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger