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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
II. Rede

61.

[Forts. v. [S. 39] ] Wie dürfte ich Malachias übergehen? Bald macht er den Priestern bittere Vorwürfe und schilt sie, weil sie den Namen des Herrn verachten. Er begründet es mit der Erklärung, sie brächten an den Altar unreine Brote, Speisen, die nicht Erstlinge sind, und das, was sie kaum ihren Fürsten bringen könnten, ohne sich zu blamieren, opferten sie dem König der Welt: lahme, kranke, verdorbene, gänzlich unreine, verabscheuungswürdige Tiere1. Bald erinnert er an den Bund Gottes mit den Leviten, der ein Bund des Lebens und des Friedens war, und verlangt, den Herrn zu fürchten und vor seinem Namen zu beben2. „Das Gesetz der Wahrheit ― sagt er ― war in seinem Munde, und Unrecht wurde nicht auf seinen Lippen gefunden. Im Frieden wandelte er mit mir den rechten Weg, und viele bekehrte er von der Sünde; denn die Lippen des Priesters sollen die Wahrheit hüten und man soll das Gesetz in seinem Munde suchen3.“ Der ehrende und zugleich furchtbare Grund hiefür ist: „Der Priester ist ein Engel des allmächtigen Herrn4.“ Von den sodann folgenden Verwünschungen übergehe ich, was mir Beleidigungen eintragen könnte; denn ich muß die Wahrheit fürchten. Noch mäßig sind die lehrreichen Worte: „Verdient ihr es, daß ich auf euer Opfer schaue und etwas von eurer Hand wohlgefällig annehme5?“ In größter Erbitterung weist er wegen ihrer Bosheit ihren Priesterdienst zurück.

1: Mal. 1, 6–8.
2: Ebd. [Mal.] 2, 5.
3: Ebd. [Mal.] 2, 6 f.
4: Ebd. [Mal.] 2, 7.
5: Ebd. [Mal.] 2, 13.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger