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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
II. Rede

60.

Was sagt Habakuk? Er bedient sich noch schärferer Worte und rechtet mit Gott selbst und erhebt gleichsam seine Stimme wider den gütigen Herrn wegen der Sünden der Richter, indem er spricht: „Wie lange, o Herr, soll ich schreien, ohne daß du auf mich hörest? Soll ich in dem Unrecht, das ich leide, zu dir rufen, ohne daß du mir hilfst? Warum hast du mir Mühen und Arbeiten gezeigt und mir Elend und Gottlosigkeit sehen lassen? Vor meinen Augen wird gerichtet; doch der Richter nimmt Geschenke an. Darum wird vernichtet das Gesetz und hat das Gericht keinen Zweck1“. Dann folgt eine Drohung und die Worte: „Sehet, Verächter und schauet! Bewundert die Wunder! Werdet zunichte um des Werkes willen, das ich verrichte2!“ Wozu soll ich die ganze Drohung zitieren? Es ist wohl besser, eine Stelle anzufügen, die bald darauf folgt. Nachdem der Prophet sich gegen Sünder und Frevler gewandt und über sie geklagt hat, wendet er sich schließlich an die Führer und Lehrer der Sünde; er bezeichnet ihre Sünde als schmutzige Verwirrung, Rausch und Verirrung des Geistes3. Er behauptet, daß sie den Mitmenschen solchen Trank reichen, damit sie in die Finsternis ihrer Seele blicken, in die Höhle von Schlangen und wilden Tieren, [S. 39] in die Behausung schlimmer Gedanken4. So sind sie, und so sind ihre Lehren, wenn sie mit uns sprechen.

1: Hab. 1, 2–4.
2: Ebd. [Hab.] 1, 5.
3: Vgl. ebd. [Hab.] 2, 15.
4: Vgl. Hab. 2, 15.

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger