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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
II. Rede

37.

[Forts. v. [S. 24] ] Zur Zeit gibt es drei theologische Irrtümer: Gottesleugnung, Judaismus und Polytheismus; Sabellius aus Libyen ist der Hauptvertreter des ersten, Arius von Alexandrien der des zweiten, einige Hyperorthodoxe unter uns vertreten den dritten Irrtum. Was ist meine Lehre? Wir müssen das Schädliche der drei Richtungen meiden, in den Grenzen des Glaubens bleiben und dürfen uns nicht zur Gottesleugnung des Sabellius auf Grund seiner neuen These von der Auflösung und Zusammenziehung1 verführen lassen und meinen, daß alles eins sei, während doch eher das einzelne nichts ist; was nämlich ineinander strömt und überläuft, hat kein Sein. Nicht sollen wir uns Gott als etwas Zusammengezogenes, Widersinniges, als eines von den sagen- und schattenhaften Wesen einbilden und darstellen. Wir dürfen aber auch nicht, wie es die mit Recht als toll bezeichnete Lehre des Arius will, die Naturen trennen, und so dem armseligen Judaismus verfallen, indem wir der göttlichen Natur Neid zutrauend nur dem Ungezeugten die göttliche Natur zuschreiben aus Furcht, Gott möchte uns verlorengehen, wenn er der Vater eines wahren, an Ehren gleichen Sohnes ist. Endlich dürfen wir nicht drei Prinzipien gegeneinander oder nebeneinander aufstellen und so der griechischen Vielgötterei verfallen, von der wir uns losgesagt hatten.

1: Sabellius lehnte sich an die stoische Anschauung von der Gottheit im Verhältnis zur Welt durch Ausdehnen und Zusammenziehen an. Der Sohn und der Geist, welche nur eine Erscheinungsform des Vaters seien, sollen, nachdem der Zweck ihrer durch Ausdehnung erfolgenden Offenbarung erfüllt ist, sich wieder in den Vater auflösen. Vgl. Novatian, De trinitate 30.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger