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Gregor v. Nazianz († 390) - Reden
II. Rede

11.

Nicht so leicht nimmt ein Tuch die beste Farbe oder ein nahe liegender Gegenstand schlechten oder guten Geruch an, nicht so leicht verbreitet sich Krankheitsstoff wie z. B. Pest in der Luft und teilt sich durch die Luft den Lebewesen mit, als ein Untergebener sich die Sünde das Vorgesetzten zu eigen macht; viel leichter eignet er sich seine Sünde als seine Tugend an. Darin übertrifft vor allem ― was ich von ganzem Herzen bedaure ― die Schlechtigkeit die Tugendhaftigkeit, daß die Sünde so leicht Nachahmung oder Nachfolge findet [S. 12] und daß nichts leichter ist als sündigen, mag uns auch niemand dazu verleiten. Selten und mit Schwierigkeit gelangt man in den Besitz der Tugend, mögen wir auch viel dazu angetrieben und aufgefordert werden. An diese Tatsache scheint mir auch der selige Aggäus zu denken in der herrlichen, so wahren Gleichnisrede1: „Fraget die Priester, ob denn nach dem Gesetze geweihtes Fleisch, das einer in seinem Gewande trägt, sobald es mit Speisen, Getränken, Gefäßen in Berührung kommt, sofort den berührten Gegenstand heiligt! Wenn sie die Frage verneinen, fraget weiter: ob denn nicht etwas davon, wenn es mit etwas Unreinem in Berührung kommt, sofort unrein wird!“ Erwartet wurde die Antwort: Ja, nichts bleibt infolge der Berührung rein.

1: Agg. [Aggaeus = Proph. Haggai] 2, 13 f. [hebr. Kap. 2, 12 f.].

 

 

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Leben und Werk des hl Gregor von Nazianz
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger