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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXI-XXX: Zehn Predigten am Geburtsfeste unseres Herrn Jesu Christi.

Sermo XXII. 2. Predigt auf Weihnachten.

1.

Geliebteste! Laßt uns frohlocken im Herrn, laßt uns im Geiste vor Freude jauchzen; denn erschienen ist der Tag, der uns Erlösung bringt, auf den die alten Zeiten hinwiesen, und der uns ewiges Glück beschert! Kehrt doch alljährlich das Geheimnis unseres Heiles wieder, jenes Geheimnis, das von Anfang an verheißen wurde, am Ende der festgesetzten Zeit in Erfüllung ging und endlos dauern soll. Recht und billig ist es, daß wir an diesem Tage unser Herz zum Himmel erheben und dieses göttliche Mysterium verehren, damit das, was Gott in seiner großen Gnade wirkt, in der Kirche unter großem Jubel gefeiert werde. Hat doch der allmächtige und mildreiche Gott, dessen Wesen Güte, dessen Wille Macht, dessen Werk Erbarmung ist, sobald uns die Bosheit des Teufels durch das Gift seines Neides den Tod gebracht hatte, schon in den ersten Zeiten der Welt im voraus die Heilmittel bezeichnet, die seine Liebe für die Erlösung der Menschen in Bereitschaft hielt. Wies er doch die Schlange auf den künftigen Samen des Weibes hin, der durch die ihm innewohnende Kraft ihr stolzes schädliches Haupt zermalmen sollte1 . Damit meinte er Christus, den im Fleische kommenden Gott menschen, der, von einer Jungfrau geboren, den Verderber des Menschengeschlechts durch eine makellose Geburt vernichten sollte. Der Teufel brüstete sich, daß der Mensch infolge seiner Umgarnung der göttlichen Gnadengaben verlustig gegangen sei und des Geschenkes der Unsterblichkeit beraubt das harte Todesurteil habe hören müssen. Er brüstete sich damit, daß er selbst in seiner Pein einigen Trost in jenen gefunden habe, die mit ihm seine Pflichtvergessenheit geteilt. Er brüstete sich, daß auch Gott infolge der Forderung des Prinzipes strenger Gerechtigkeit seinen früheren Beschluß dem Menschen gegenüber, den er in so hoher Würde erschaffen hatte, geändert habe. Darum bedurfte es, Geliebteste, der Aufstellung eines geheimen Planes. Diesem zufolge wollte der unwandelbare Gott, dessen Wille seiner Güte nicht verlustig gehen kann, die erste Bestimmung seiner väterlichen Liebe in einem verborgneren Geheimnisse verwirklichen. Sollte doch der durch die List teuflicher Bosheit in Schuld geratene Mensch nicht gegen die Abwicht Gottes zugrunde gehen.

1: vgl.Gen 3,15; Offb 12,1

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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