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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XXI-XXX: Zehn Predigten am Geburtsfeste unseres Herrn Jesu Christi.
Sermo XXII. 2. Predigt auf Weihnachten.

6.

Da ihr also, Geliebteste, so reichen Lohn voll Zuversicht erwartet, so bleibet standhaft in dem Glauben, "in dem ihr fest gegründet seid"1 , damit euch nicht eben jener Versucher, dessen Herrschaft Christus bereits von euch abgewandt hat, aufs neue durch irgendwelche Ränke verführe, damit er nicht gerade die Freude des heutigen Tages durch seine trügerische Verschlagenheit zum Schlimmen wende! Berückt er doch einfältigere Seelen durch die verderbliche Einflüsterung gewisser Leute, denen dieser Tag unserer Festfeier nicht so sehr wegen der Geburt Christi verehrungswürdig erscheinen will, als vielmehr wie sie sagen wegen des "Aufgangs der neu erstandenen Sonne". Die Herzen dieser sind von dichter Finsternis umhüllt und von aller Aufnahme wahren Lichtes, weit entfernt. Stehen sie doch immer noch unter dem Einflusse der albernsten Irrtümer des Heidentums. Und da sie ihren Scharfsinn nicht über das zu erheben vermögen, was sie mit leiblichem Auge erblicken, erweisen sie göttliche Verehrung den Gestirnen, die der Welt als Leuchten dienen. Fern bleibe der Seele des Christen gottloser Aberglaube und wahnwitziger Trug! Unermeßlich groß ist der Unterschied zwischen Ewigem und Zeitlichem, zwischen Körperlosem und Körperlichem, zwischen dem Gebieter und dem, was ihm untertan ist. Mag auch dies alles Staunen erregende Schönheit besitzen, so fehlt ihm doch göttliches Wesen, dem man allein Anbetung schuldet. Verehrung gebührt also jener Macht, jener Weisheit, jener Majestät, die das ganze Weltall aus dem Nichts hervorbrachte, die in ihrer Allmacht die Erde und den Himmel schuf und diesen, ganz wie sie es wollte, Form und Ausdehnung gab. Sonne, Mond und Sterne mögen für die Menschen, die sich ihrer bedienen, von Nutzen sein, sie mögen auch jenen, die zu ihnen aufblicken, außerordentlich schön erscheinen, aber jedenfalls mit der Einschränkung, daß man ihrem Urheber dafür dankt und an Gott sich im Gebete wendet, der sie erschaffen hat, nicht an ein Geschöpf, das den ihm zugewiesenen Dienst verrichtet. Lobpreiset also, Geliebteste, den Herrn in all seinen Werken und Entscheiden! Es wohne in euch der keinem Zweifel unterworfene Glaube, daß eine Jungfrau gebar und makellos blieb! Weihet fromme und aufrichtige Verehrung dem heiligen und göttlichen Geheimnisse der menschlichen Erlösung! Liebet voll Inbrunst Christus, der in unserem Fleische zur Welt kommt, auf daß ihr würdig werdet, ihn auch als Gott der Glorie in der Majestät seiner Herrschaft zu schauen, ihn, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste als einiger Gott lebt in Ewigkeit! Amen.

1: vgl.Kol 1,23

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger