Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens (Epistula ad episcopos Aegypti et Libyae)

9.

Da aber das Geschriebene von Solchen stammt, die man zur Vertheidigung der Häresie um Lohn gedungen hat. und nach dem göttlichen Sprüchwort die Reden der Gottlosen hinterlistig sind,1 und der Mund der Gottlosen Böses antwortet. 2 und die Gottlosen mit Hinterlist umgehend3 so muß man, wie der Herr gesagt hat, wachen, o Brüder, und fasten, damit man sich durch die Wohlredenheit und Verschlagenheit nicht betrügen lasse und nicht Einer komme und dem Namen nach sage: „Auch ich verkündige Christum" und bald als Antichrist erkannt werde. Antichriste sind aber Alle, die wegen der Raserei des Arius zu euch kommen. Denn woran fehlt es euch, daß Jemand von auswärts bei euch erscheinen soll? Oder was haben die Kirchen in Ägypten, Libyen und Alerandria für ein Bedürfniß, daß sie, die mit dem bischöflichen Amte wie mit Holz und Waarenladungen Handel treiben, in den Kirchen erscheinen, die sie Nichts angehen? Wem ist es unbekannt, und wer sieht nicht deutlich, daß sie Dieß alles zur Befestigung der Gottlosigkeit thun? Deßhalb darf man, mögen sie sich stumm machen4 mögen sie größere Kleidersäume als die Pharisäer tragen. 5 „in ihren Reden sich breit machen und ihre Stimme bis zum Äussersten anstrengen, ihnen nicht glauben; denn nicht die Ausdrucksweise, sondern die Gesinnung und die fromme Lebensweise macht den Gläubigen aus. Deßhalb wurden die Sadducäer und Herodianer, obschon sie das Gesetz im Munde führten, vom Heiland beschämt, indem sie aus seinem Munde vernahmen: „Ihr irret und kennt weder die Schrift noch die Kraft Gottes."6 Und es ist Allen klar geworden, daß Diejenigen, welche nach [S. 23] dem Gesetze zu reden schienen, einer häretischen und gottesfeindlichen Gesinnung überführt sind. Andere haben sie nun mit solchen Reden hintergangen, den menschgewordenen Herrn konnten sie aber nicht überlisten. Denn das Wort ist Fleisch geworden, das Wort, welchem bekannt ist, daß die Gedanken der Menschen eitel sind7 Denn so überführte er auch die heimtückischen Juden mit den Worten: „Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben. Denn ich bin vom Vater ausgegangen und zu euch gekommen."8 So scheinen mir nun jetzt auch sie es zu machen. Denn sie verbergen ihre Gesinnung und entlehnen nunmehr zu ihren Schreiben die Schriftstellen, um durch dieselben die Unwissenden zu ködern und zu ihrer eigenen Verkehrtheit fortzureissen.

1: Sprüchw. 12, 6
2: Ebd. 15, 28.
3: Ebd. 12. 5.
4: Diese Worte sind dunkel und scheinen mit dem Folgenden in Widerspruch. Ihren Wegfall würde man keineswegs vermissen.
5: Matth. 23, 5
6: Matth. 22, 29
7: Psalm 93. 11
8: Joh. 8, 42.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen: Athanasius Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens
Bilder Vorlage

Navigation
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger