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Athanasius (295-373) - Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens (Epistula ad episcopos Aegypti et Libyae)

7.

Wer nun wird, wenn ihm wenigstens die Wahrheit am Herzen liegt, ihnen noch Gehör schenken wollen? Wer wird nicht mit Recht ihren Schreiben den Rücken kehren? Wer wird nicht ihre Vermessenheit verwerflich finden? Denn obschon gering an Zahl beanspruchen sie, daß ihre Beschlüsse mehr gelten sollen, als die aller Übrigen. Und während sie verlangen, daß ihre verdächtigen Winkelversammlungen Geltung haben sollen, setzen sie Alles ein, um die offen handelnde und fleckenlose ökumenische Synode ausser Kraft zu setzen und wirkungslos zu machen. Und Leute, die wegen Vertheidigung der christusfeindlichen Häresie von den Anhängern des Eusebius befördert wurden, wagen über den Glauben Bestimmungen zu treffen, und da sie als Schuldige gerichtet werden sollten, übernehmen auch sie wie Kaiphas das Richteramt. Denn sie verfassen eine Thalia und verlangen, daß man ihnen glaube, da sie doch nicht einmal wissen, wie sie glauben. Denn wem ist unbekannt, daß der wegen der Raserei des Arius früher oft abgesetzte Secundus aus der Pentapolis bei ihnen Aufnahme fand, und Georgius, jetzt in Laodicea. Leontius der Verschnittene, und vor ihm Stephanus und Theodor in Heraklea erhoben wurden? 1 Ja sogar die früher schon des Priesterthums entsetzten Ursacius und Valens, die zuerst in ihrer Jugend von Arius Unterricht genossen hatten, wurden später wegen ihrer Gottlosigkeit zu Bischöfen ernannt. Dazu Acacius, Patrophilus, Narcissus, Männer voll vermessener Gottlosigkeit, die in der großen zu Sardica abgehaltenen Synode abgesetzt worden waren. 2 Eastathius, gegenwärtig in Sebaste, Demophilus, Germinius, Eudorius, Vasilius. [S. 20] Vertheidiger der Gottlosigkeit, wurden zu dieser Wuüde erhoben. Denn gar von Kekroprius und einem gewissen Aurentius und dem Schauspieler Epiktetus ist es überflüssig auch nur zu reden, da es offenkundig ist, wie und unter welchen Vorwänden und von welchen Feinden dies erhoben wurden, um die Verleumdungen gegen die verfolgten rechtgläubigen Bischöfe zu bemänteln.3 Denn auch diese erwarben sich, obschon achtzig Stationen4 entfernt und dem Volke unbekannt, gleichwohl durch ihre Gottlosigkeit den bischöflichen Namen. Deßhalb haben sie nun auch einen gewissen Georgius aus Kappadocien gedungen und wollen ihn jetzt zu euch senden. Aber auch er verdient keine Rücksicht. Denn es geht in diesen Gegenden das Gerücht, daß er gar kein Christ ist, sondern vielmehr dem Götzendienste anhängt und die Sitten eines Scharfrichters hat. Deßhalb haben sie ihn auch, da er so beschaffen ist, an sich gezogen, damit er Unrecht zufügen, plündern und morden kann. Denn darin ist er besser geübt; was aber zum Glauben an Christus gehört, ist ihm gänzlich unbekannt.

1: Nämlich zur bischöflichen Würde.
2: Vgl. Schutzschrift gegen die Arianer K. 43.
3: Um ihren Verleumdungen den Schein der Wahrheit zu geben, indem man die rechtgläubigen Bischöfe für unbrauchbar erklärte.
4: Tagreisen. Vgl. Schutzschrift gegen die Arianer K.29Anm.

 

 

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Einleitende Notizen: Athanasius Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger