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Athanasius (295-373) - Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens (Epistula ad episcopos Aegypti et Libyae)

5.

Ich vernahm nämlich während meines Aufenthaltes in diesen Gegenden, indem es mir ächte und rechtgläubige Brüder meldeten, daß einige Anhänger des Arius zusammentraten und ganz natürlich über den Glauben schrieben, wie es ihnen beliebte, und daß sie an euch ein Sendschreiben richten wollen, damit ihr entweder unterschreibt, was sie beschlossen, oder vielmehr, was ihnen der Teufel eingab, oder der, welcher sich weigert, verbannt werde. Denn bereits beginnen sie den Bischöfen in diesen Gegenden lästig zu fallen. Daraus wird die Geistesrichtung der Sendschreiber klar. [S. 17] Denn was können wohl Menschen, deren Schreiben auf nichts Anderes abzielt als auf Verbannung und sonstige Strafen, weiter sein, als Feinde der Christen und Freunde des Teufels und seiner Dämonen, und Dieß um so mehr, da sie gegen den Willen des gottesfürchtigen und gütigen Kaisers Constantius aussprengen, was ihnen beliebt? Sie thun nämlich das mit vieler Verschmitztheit, wie mir scheint, vorzugsweise aus folgenden zwei Gründen: einmal, weil sie. wenn ihr unterschreibt, den üblen Ruf des Arius von sich abwälzen und ihre arianische Gesinnung verbergen zu können glauben, ferners weil sie, indem sie Dieß schreiben, wähnen, als könnten sie die Synode von Nicäa und die auf derselben gegen die arianische Häresie getroffene Glaubensunterscheidung in Vergessenheit bringen. Aber auch das überführt sie noch mehr ihrer Bösartigkeit und ihres Irrglaubens. Denn hätten sie den rechten Glauben, so würden sie sich mit der in Nicäa von der ganzen ökumenischen Synode getroffenen Glaubensbestimmung zufrieden geben. Und würden sie glauben, daß man sie verleumde und sie mit Unrecht Arianer nenne, so sollten sie nicht bestrebt sein, die Beschlüsse gegen Arius abzuändern, damit es nicht den Anschein gewinne, als sei das, was gegen ihn beschlossen wurde, gegen sie selbst entschieden worden. Nun thun sie aber das nicht, sondern wie wenn sie selbst Arius wären, kämpfen sie für sich. Denn sehet nur, wie sie sich nicht um die Wahrheit kümmern, sondern Alles für die arianische Häresie reden und thun. Denn was thun die, welche es wagen, die richtigen Bestimmungen zu verunglimpfen, und andere als diese aufzustellen suchen, anders, als daß sie die Vater beschuldigen und die Häresie in Schutz nehmen, gegen welche diese kämpften und sich erklärten? Denn auch, was sie jetzt schreiben, schreiben sie nicht im Interesse der Wahrheit, wie ich schon gesagt habe, sondern sie wollen vielmehr zum Besten haben und thun das in heimtückischer Weise zur Überlastung der Menschen, um durch die Versendung der Briefe die Aufmerksamkeit der Menschen auf deren Inhalt zu lenken und ihnen keine Zeit zu lassen, sie selbst anzuklagen, und [S. 18] um bei Geheimhaltung ihrer Gottlosigkeit Gelegenheit zur Ausbreitung ihrer Häresie zu finden, die wie ein Krebsübel nach allen Richtungen hin sich fortpflanzen kann.

 

 

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Einleitende Notizen: Athanasius Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger