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Athanasius (295-373) - Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens (Epistula ad episcopos Aegypti et Libyae)

21.

Deßhalb ermahne ich euch, nehmt das von den Vätern in Nicäa niedergeschriebene Glaubensbekenntniß zur Hand, und indem ihr dieses mit vielem Eifer und mit Vertrauen auf den Herrn vertheidigt, werdet Allen ein Vorbild und zeiget, daß jetzt für die Wahrheit gegen die Häresie gekämpft werden müsse, und daß der Feind verschiedene Kunstgriffe habe. Denn nicht bloß die Weigerung, Weihrauch zu opfern, bringt Märtyrer hervor, sondern auch die Weigerung, den Glauben zu verläugnen.1 bewirkt ein glänzendes Martyrium des Gewissens. Und nicht bloß die, welche vor den Götzen die Kniee gebeugt haben, sind als Abtrünnige verurtheilt worden, sondern auch die, welche die Wahrheit verrathen haben. Daher wurde Judas der Ehre des Apostolates nicht beraubt, weil er geopfert hatte, sondern weil er Verräther geworden war, und Hymenäus und Alexander2 wurden untreu, nicht weil sie zum Götzendienst abfielen, sondern weil sie im Glauben Schiffbruch litten. Ferner wurde der Patriarch Abraham nicht gekrönt, weil er getödtet wurde, sondern weil er Gott treu war, und die übrigen Heiligen, die Paulus anführt, Gedeon, Barak, Samson, Japhthe David, Samuel und ihre Genossen,3 erlangten nicht durch die Vergießung von Blut ihre Vollendung, sondern wurden durch den Glauben gerechtfertig [S. 40] und werden jetzt noch bewundert, weil sie wegen ihrer Gottesfurcht gegen den Herrn den Tod zu leiden bereit waren. Soll man aber auch hinzufügen, was zu unserer Zeit geschehen ist, so wißt ihr, daß der selige Alexander bis zu seinem Tode gegen diese Häresie kämpfte, und wißt, welche Bedrängnisse und welch große Mühsale er noch als Greis bestand, bis auch er im Greisenalter zu seinen Vätern versammelt wurde, und wie viele Andere, indem sie diese Gottlosigkeit durch ihre Lehre bekämpften, unendliche Mühen ertragen haben und den Ruhm ihres Bekenntnisses in Christus besitzen. Wollen also auch wir, da wir um Alles den Kampf zu bestehen und uns jetzt zu entscheiden haben, ob wir den Glauben verläugnen oder bewahren wollen, diesen Vorsatz und Entschluß fassen, das, was wir empfangen haben, zu bewahren, indem wir uns an die Glaubensbeschlüsse in Nicäa halten, die Neuerungen aber von uns zu weisen und das Volk zu lehren, daß es nicht auf die Geister des Irrthums achte, sondern ganz und gar der Gottlosigkeit der Ariomaniten und den mit ihnen verschworenen Melitianern den Rücken kehre.

1: Den Häretikern gegenüber.
2: 1. Tim. 1, 20.
3: Hebr. 11, 32.

 

 

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Einleitende Notizen: Athanasius Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger